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Aus der Frankfurter Neue Presse vom 8. August 2005

Verein gibt Katzen ein neues Zuhause
von Andreas Flender

Oberrad. Eigentlich hat der Frankfurter Katzenschutzverein bereits im vergangenen Jahr seinen 40. Geburtstag gefeiert. Doch erst jetzt ist die Jubiläumsbroschüre erschienen, in der genau erläutert wird, wie es zur Vereinsgründung und dem Bau des Katzenheims im Speckweg kam.
„Die Texte, die Fotos und auch das Layout – das wurde alles ehrenamtlich erstellt“, erklärt Jürgen Speckmann, seit 2001 Vorsitzender des Vereins. „Das kostet Zeit.“

Denn schließlich haben die Vereinsmitglieder neben ihrem Beruf in dem Katzenheim eine Menge zu tun. Etwa 170 Tiere gilt es zurzeit zu versorgen. „So viele wie lange nicht ´mehr“, stellt Jürgen Speckmann fest. „Der Katzenschutz konzentriert sich auf uns. Wir haben Kapazitäten und das richtige Know-how.“ Die Katzen kommen auf ganz unterschiedliche Weise in das Heim. Entweder wurden sie von Bürgern aufgefunden, die sie im Speckweg abliefern. Oder aber die bisherigen Besitzer können ihre Samtpfoten wegen Umzug, Allergien, Krankheit oder zu hohem Alter nicht mehr behalten und geben sie ab. „Inzwischen bekommen wir die Katzen auch immer öfter aus finanziellen Gründen, die Leute können sich den Unterhalt einfach nicht mehr leisten.“

Da ist es nur gut, dass der Verein in den vergangenen 41 Jahren sein Domizil stets erweitert hat. Dabei waren sich die sieben Frauen und zwei Männer, die sich im Oktober 1964 zur Gründung des Vereins trafen, noch gar nicht sicher, ob sie ihr größtes Anliegen, ein Katzenheim zu bauen, überhaupt in die Tat umsetzen können. Dass es doch noch klappte, ist vor allem der langjährigen Vorsitzenden Luise Litterer zu verdanken, die sich nicht nur bei der Stadt um das Pachtgelände im Speckweg bemühte, sondern auch unermüdlich Aktionen zum Sammeln von Spenden organisierte. Mit großem Erfolg: Im Oktober 1967 konnte der Verein nach anderthalb Jahren Bauzeit das Tierheim in Oberrad eröffnen. Der Verein hatte indes schon vorher stark an Beliebtheit gewonnen und verzeichnete bereits 1965 stolze 250 Mitglieder.

In 1970 wurde ein neuer Trakt für die Katzen errichtet, 1976 stellte der Verein zum ersten Mal einige seiner Tiere in der heute noch beliebten TV-Sendung „Herrchen gesucht“ vor. Nachdem 1981 ein neues Gebäude für die Lagerung von Futter und Material errichtet worden war, gestalteten die Mitglieder 1986 die frühere Hausmeisterwohnung in Aufenthaltsräume für die Stubentiger um. Dort gibt es auch seit 2002 eine Geburtsstation. Für die im selben Jahr entstandene „Mutter-mit-Kind-Station“ wurde der Verein 2004 mit dem Tierschutzpreis der Mechthold-Stiftung ausgezeichnet.

Dass heute im Katzenheim alles so gut läuft, ist auch Brigitte Maucolin zu verdanken, die seit acht Jahren die Einrichtung leitet. Sie ist wie einige andere Mitarbeiter extra dafür eingestellt worden und wird bezahlt. „Damit alles professionell und kontinuierlich läuft, ist das nötig“, sagt Jürgen Speckmann. Die ganze Arbeit sei von Ehrenamtlichen alleine nicht zu bewältigen.

Denn dem Verein ist sehr daran gelegen, dass sich die Katzen wohlfühlen – auch nach der Vermittlung. „Wir führen erst ein Gespräch mit den Interessenten, damit wir sehen, welches Tier zu ihnen passt“. Wenn es zu einer Vermittlung kommt, die im Durchschnitt 90 Euro kostet, gibt es Nachkontrollen, damit der Verein weiß, dass es den Katzen gut geht. Dafür wird jede Menge Hilfe gebraucht.

Und natürlich viel Geld – unter anderem für Futter, Pflege, Heizung und den Tierarzt. Denn der Verein erhält keine staatlichen oder kommunalen Zuschüsse und ist allein auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Wie gut, dass der Verein zurzeit knapp 400 Mitglieder zählt. Und sich darunter so engagierte Tierfreunde wie Jürgen Speckmann befinden, die auch weiterhin dafür sorgen, dass Katzen ein neues Zuhause finden.