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  Aus der Frankfurter Rundschau vom 4. September 2003

Die Stars heißen Lakritz und Joy

Katzenschutzverein warb beim Info-Tag auch um Spenden

Von Annette Wollenhaupt
Auch Tierheime bekommen die wirtschaftliche Flaute zu spüren. Die Spendenbereitschaft lässt nach, neue Mitglieder zu gewinnen, wird immer schwieriger. Umso wichtiger ist Öffentlichkeitsarbeit und der gute alte Tag der offenen Tür. Am Sonntag gewährten die Aktiven des Frankfurter Katzenschutzvereins Einblick in ihre Arbeit.

Lakritz ist – na was wohl –natürlich pechschwarz, liegt auf einem kuscheligen Frotteetuch und döst vor sich hin. Pauline tollt mit ihren Pflegekindern herum, Joy putzt sich ihr graues Fell und Florentine, die schöne Getigerte, gerade mal drei Monate alt, wetzt ihre Krallen am sisalumwickelten Kratzbaum. Dicht umstehen Kinder und Erwachsene das Katzenhaus und halten Ausschau nach den Samtpfotigen, was gar nicht so einfach ist, denn das schützende Glas spiegelt stark. Die Vierbeiner bringt das alles nicht aus der Ruhe. Manch einer scheint die ihm geschenkte Aufmerksamkeit gar zu genießen.

Verhalten liegt eine Schildpattkatze mit erblindetem rechten Auge auf einem roten Plüschkissen. Ellen Love schaut sie lange an. Tiere in Not, solche mit einem Handycap, berühren den Katzenfan besonders intensiv. Zuhause wartet Kater Oskar. Aufgepeppelt hat sie ihn, bis sich „der einstige Clochard zum König von Walldorf mauserte“. Andere Katzen neben sich duldet der Herr nicht, und so ist der Tag der offenen Tür für Ellen Love eine willkommene Gelegenheit wenigstens für die Dauer einiger Stunden auch einmal andere Tiere zu Gesicht zu bekommen. Im Hintergrund der Freigehege rattern Waschmaschinen vor sich hin und schleudern jede Menge Handtücher, schließlich beherbergt das Tierheim der Oberräder Katzenfreunde derzeit 180 Katzen, die alle gerne den Komfort einer warmen kuscheligen Frottee-Unterlage genießen. „So viele Katzen wie derzeit hatten wir noch nie!“, sagt Jürgen Speckmann, Vorsitzender des Frankfurter Katzenschutzvereins und fügt hinzu, dass in diesem Jahr die Ausgaben höher waren als die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Etwa 400 Mitglieder hat der Verein, über einen Rückgang könne man nicht klagen, allerdings würde man sich über Zuwachs freuen. Eines fällt auf an diesem Sonntag: Viele junge Tierfreunde sind gekommen, schauen sich Katzen an, stöbern auf dem kleinen Flohmarkt, lassen sich selbst gebackenen Blechkuchen schmecken. Jürgen Speckmann führt die verstärkte Resonanz jüngerer Jahrgänge auf die professionell erstellten Internetseiten des Katzenschutzvereins zurück.

Was sich die Oberräder Katzenfreunde für die Zukunft wünschen? Lange überlegen muß Speckmann da nicht. „Wir brauchen finanzielle und ehrenamtliche Hilfe“, sagt er. Insbesondere für das Kastrieren wilder Katzen benötigt der Katzenschutzverein weitere Helfer. Vorkenntnisse seien im Übrigen hierfür nicht nötig. Darüber hinaus können sich auch Tierfreunde mit Talent für Büroarbeiten in die Arbeit des Vereins einbringen.

Im Internet ist der Verein unter der Adresse
www.katzenschutzverein.de zu finden.
Das Tierheim für Katzen im Speckweg 4 ist
mittwochs von 14 – 16 Uhr und samstags von 12 – 16 Uhr geöffnet.



„Hallo Katze!“, „Hallo Elileen? „Wie geht es Dir, Katze? „Leider nicht so gut“. „Warum denn nicht?“ „Weil ich im Tierheim lebe“. „Und sind die Leute hier nicht nett zu Dir, Katze?“ „Doch, sehr nett sogar, aber ich würde lieber wieder in einer Familie leben!. „Verstehe, Katze“. „Nimmst Du mich mit, Eileen?“

Leider ist uns das Ende des Dialogs, der sich im Oberräder Katzenheim zugetragen hat, nicht bekannt.