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  Aus der Frankfurter Rundschau vom 5. September 2002

Katzenschutzverein kündigt Hilfe für Tierheim in Pirna an


Frankfurter Tierfreunde wollen nach dem Hochwasser mit Futter, Material und Geld helfen / Tag der offenen Tür in Oberrad

Von Annette Wollenhaupt

Mitte der Sechziger gründeten Tierschützer den Frankfurt Katzenschutzverein, wenige Jahre später errichteten sie in Oberrad ein Tierheim nur für Katzen. Viel hat sich getan seitdem. Was, erfuhren Besucher beim Tag der offenen Tür.

FRANKFURT A.M. Das ist vielleicht ein Katzenleben. Jede Menge kunstfellbezogene Kuschelecken und plüschige Kissen. Lange Blumenkästen, in denen saftig grünes Katzengras wächst und kleine Bäume zum Klettern. Sisalbespannte Kratzsäulen zum Krallenabwetzen und bunte Bälle, die über den Boden kullern.
Die Betreiber des im Grünen gelegenen Katzenheimes, das bis zu 150 miauenden Vierbeinern ein Zuhause ist, haben mit viel Liebe ein Obdach geschaffen, das sich sehen lassen kann. Besonderer Anziehungspunkt beim Tag der offenen Tür war das neue, wintergartenähnlich gestaltete Mutter-Kind-Haus mit beleuchteten und beheizten Holzhäuschen, von den Vereinsmitgliedern "Bungalows" genannt.
Den vielen Katzen ein möglichst stressfreies Leben ermöglichen, ist besonderes Anliegen der Tierheimbetreiber. Viele Tiere haben in ihrem Katzenleben schon genug Aufregung gehabt, haben leiden müssen, wurden ausgesetzt, waren verletzt, als man sie fand. Auch das kleine Geburtshaus ist eine Oase der Stille, in der trächtige Katzen in aller Ruhe ihre Jungen zur Welt bringen können.

Allergrößten Wert legt das Tierheim auf Hygiene. Und so musste auch an diesem publikumsreichen Tag jeder Gast am Eingang auf ein Desinfektionstuch treten. Zudem ist es streng untersagt, die durch ein Gitter und halbhohe Glasscheiben von den Besuchern getrennten Katzen zu streicheln. "Die Gefahr der Krankheitsübertragung wäre bei so vielen Tieren zu groß", sagt Jürgen Speckmann, Vorsitzender des Frankfurter Katzenschutzheimes.
Zwei Mal pro Woche kommt eine Tierärztin zur Visite, im Notfall auch zu jeder Zeit. Finanziert wird die Arbeit allein durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter, wäre sie nicht zu leisten. Katzen-Patenschaften sorgen dafür, dass zusätzlich ein wenig Geld in die Vereinskasse kommt.
Beim Tag der offenen Tür waren viele Ehrenamtliche dabei. Oberstudienrätin und Deutschlehrerin Christa Bauer zum Beispiel, die regelmäßig Texte über wahre Gegebenheiten im Katzenheim in der kleinen Hauspostille "Die Katzen-Post" veröffentlicht und an diesem Tag beim kleinen Flohmarkt rund um das Thema Katzen mithalf. Oder Jorgo Spyropoulos. Der junge EDV-Spezialist ist für den Internetauftritt des Vereins verantwortlich.

Obwohl die Oberräder Tierschützer in erster Linie Frankfurter Katzen helfen - auch den etwa 5000 verwilderten Katzen, die kastriert und medizinisch versorgt werden - ist ihnen der Blick über den eigenen Tellerrand wichtig. So haben sie bereits zum wiederholten Mal Katzen aus Bayern und Madrid übernommen. Und auch den, bedingt durch Flutkatastrophe, in Tierheimen untergebrachten Katzen will man helfen. Konkret hat der Verein angekündigt, dem südöstlich von Dresden gelegenen Tierheim des Tierschutzvereins Pirna Futter, Material und Geld zu überbringen.

Das Katzenheim im Speckweg 4 (Oberrad) ist mittwochs von 14 bis 16 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet; Telefon 65 16 41; Internet-Infos unter www.katzenschutzverein.de. Spendenkonten "Frankfurter Katzenschutzverein", Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01, Konto-Nummer 329 193, Stichwort "Hochwasser Pirna" beziehungsweise "Wildkatzen".