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  Aus der Frankfurter Rundschau vom 6. September 2001

Trubel vor den Gehegen


Beim Tag der offenen Tür im Katzenschutzverein Oberrad drängten sich die Besucher vor den gepflegten Katzenbehausungen

OBERRAD (soo). In einem Außengehege hinter einem groben Maschendrahtzaun räkelt sich ein Kater auf der obersten Ebene eines Kratzbaumes in der Sonne. Ein Stockwerk tiefer spaziert sein Kollege durch das große Graspflanzbecken und schnuppert an den Halmen.

Die meisten ihrer Mitbewohner hatten sich an diesem Sonntag in die Innengehege zurückgezogen. Das war mehr als verständlich, denn beim Tag der offenen Tür herrschte im Garten des Frankfurter Katzenschutzheimes am Speckweg großer Trubel. Der Platz ist begrenzt, dennoch fanden sich im Laufe des Tages mehr als 200 Gäste ein. Für sie stand ein Büfett bereit. Außerdem gab es einen Flohmarkt, bei dem die Besucher etwa Bücher und Zeitschriften über Katze kaufen konnten. Kinder konnten sich in einem Schminkatelier kleine Katzengesichter malen lassen.

Jürgen Speckmann, Vorsitzender des Vereins, war sehr zufrieden. So viele Besucher seien noch nie zum Tag der offenen Tür gekommen, berichtete er. Er führte den Besucheranstieg auf die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zurück, die der Vorstand seit zwei Jahren betreibe. Besonders die neue Internetadresse habe viele Menschen auf das Katzenheim aufmerksam gemacht.

Besonders stolz ist Speckmann auf die vergangenes Jahr eröffnete Mutter-und- Kind-Station. Das sind vier abgetrennte, speziell eingerichtete Gehege, in denen einzelne Katzenmütter mit ihrem Wurf ein Zuhause finden. "In einem akemeinen Tierheim wäre das nicht möglich. Dazu reichen die Kapazitäten einfach nicht", sagte Speckmann.

Doch solche Neuerungen sind für den Verein durchaus nicht selbstverständlich, denn der Unterhalt des Katzenheims ist teuer. 90 bis 140 Tiere werden hier von drei fest angestellten Tiepflegerinen täglich versorgt. Dazu kommen noch bedarfsweise honorarkräfte.

Etwa 50 bis 60 Prozeiit der jährlichen Ausgaben werden durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt. Der Rest, so Jürgen Speckmann, sei alljährlich eine Zitterpartie, öffentliche Fördergelder erhalte das Katzenheim nicht. Meist lasse sich die Differenz im Jahreshaushalt durch die Erbschaft eines Katzenfreundes decken, aber dies seien eben keine Beträge, mit denen es sich fest rechnen ließe.


Zur Sache

Wilde Katzen

In Frankfurt leben rund 8.000 wilde Katzen. Von Natur aus Einzelgänger, bilden sie Gemeinschaften von zehn bis 15 Tieren, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Dies sind jedoch instabile Verbände. Häufig stromern sie an Orten wie Industriegeländen, Fabrikanlagen und Kleingartenvereinen herum. Die Katzen vermehren sich sehr schnell mit Würfen von bis zu zehn Jungtieren. In der freien Natur haben die jedoch kaum Überlebenschancen. Viele von ihnen sterben an Krankheiten wie Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose und FIP (Katzenbauchwassersucht) und FIV (Katzenaids).

Weitere Informationen geben Mitarbeiter des Frankfurter Katzenschutzheims, Speckweg 4. Die Vermittlungs- und Beratungszeiten sind: mittwochs von 14 bis 16 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr. Telefonnummer 651 641. Im Internet steht der Verein unter: www.katzenschutzverein.de soo