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  Aus der Frankfurter Neue Presse vom 3. September 2001

Ein Herz für herrenlose Katzen: Hier fühlen sich 131 Tiere wohl

Von Jutta W. Thomasius (Fotos: Zender)

Oberrad. 131 Miezen, von 10 Tagen bis 19 Jahre alt, miauen momentan im 1969 aus dem Nichts von Luise Litterer geschaffenen Heim des Frankfurter Katzenschutzvereins am Speckweg 4. Betriebswissenschaftler Jürgen Speckmann (57), steht ihm seit April 2001 vor. Ehefrau Angelika (57) ist Schatzmeisterin. Ehrenamtlich, wie der Gatte. Mit Ausgaben von 300.000 Mark muss sie in diesem Jahre wieder rechnen. Die Beitragszahlung von rund 400 Vereinsmitgliedern decken 60 Prozent der notwendigen Ausgaben.

Sicher, die der Stiftung Almosenkasse zustehende Pacht für das Gelände ist moderat. Auch die Personalkosten konnten auf jährlich 150.000 Mark festgesehrieben werden. Für Futter und tierärztliche Betreuung werden jedoch nach wie vor, knapp bemessen, zwischen 70.000 und 80.000 Mark fällig. Erhaltung und Pflege der Katzenhäuser verschlingen nochmals 11.000 Mark. "Da wir von der Stadt im Gegensatz zum Tierschutzheim an der Ferdinand-Porsche-Straße keine Zuschüsse erhalten, sind wir immer auf Erbschaften oder Vermächtnisse angewiesen", sagen die Speckmanns. Ihren vierbeinigen Schützlingen bieten sie trotzdem artgerechte Unterkünfte in bestem, hygienischem Zustand und alles, was ein Katzenherz begehrt.

  Hauptverantwortlich dafür ist die gelernte Schneiderin Brigitte Maucolin. Sie hatte am gestrigen "Tag der offenen Tür" schon acht, erst ein paar Tage alte Katzen-Waisen, die mutterlos im Ostpark und in der Nähe einer Kindertagesstätte gefunden und von der Polizei ins Katzenheim gebracht worden waren, mit einem Fläschchen "gestillt", drei "Mutter- und Kind-Holzbungalows" mit Futter versorgt, ehe, noch vor elf Uhr, die ersten Besucher eintrafen.

Von ihr genähte Stoffhauben schützen die Katzenkörbchen vor dem kühlen Morgenwind. Im "Teenager-Quartier" streckten gerade mal drei der 22 dort sehr gemütlich untergebrachten Miezen nur ihre rosa Näschen aus dem warmen Holzhaus in den Septernbertag.

Speckmann, der sich in Oberrad auf drei fest Angestellte ebenso verlassen kann wie auf acht treue "Freiwillige", machte die Besucher ein Sonntag bis nach 16 Uhr nicht nur mit zahlreichen traurigen oder fröhlichen Katzenschicksalen bekannt.

Sie durften auch durch den "kostenpflichtigen"' Genuss von Speis und Trank zu mehr als moderaten Preisen oder den Erwerb einer hübschen Katzen-Handarbeit von Kunstgewerblerin Monique Mok dazu beitragen, ausgesetzten, misshandelten, entlaufenen oder kranken Miezen finanziell zu einem sicheren und liebevoll geführten Interims- oder Dauerheim am Speckweg zu verhelfen.  

Wo es seit Neuestem neue große "Graswannen" in den Außengehegen gibt, die von den Tieren sofort angenommen wurden. Speziell die Bewohner der Quarantäne-Station, die (weil durch bestimmte Viren "dauergefährdet", aber trotzdem in guten Händen dankbare Hausgenossen) schwerer vermit- telbar sind, räkeln sich genüsslich auf den Grasbetten.

Dafür nahm in der Glasveranda vor den beiden Zimmern mit sofort vermittelbaren Miezen Havanna-Kater Benny (2) hoheitsvoll in der mit Plüschatoff verkleideten Puppenwiege Platz. Während die vom bisherigen Frauchen total "über- fütterten" Geschwister Velvet und Fila (7) ihre dicken Bäuche in ein Schalenbett schmiegten.

So blitzblank und einladend wie am "Tag der offenen Tür" sieht es im Katzenheim übrigens immer aus. Jeweils mittwochs von 14 bis 16 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr werden dort Vermittlung, Beratung und Infqrmationen geboten. Täglich erreichbar ist das Katzenheim über Telefon 651 641 und per Fax 651 641.

Wer den dort untergebrachten Tieren zwar kein neues Zuhause bieten kann, aber etwas Geld zu- kommen lassen will, kann dies über die Frankfurter Sparkasse, Konto 329193, BLZ 50050201, oder die Postbank Frankfurt, Konto 87108-609, BLZ 50010060, tun!