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  Aus der Frankfurter Rundschau vom 2. August 2001

Die Mutter-Kind-Station für Katzen musste ausgedehnt werden

Im Oberräder Tierheim des Frankfurter Katzenschutzvereins gibt es kaum mehr frei Gehege / Hohe Kosten bereiten Sorgen

Seit mehr als 30 Jahren betreibt der Frank furter Katzenschutzverein in Oberrad ein Tierheim. Rund 130 kranke und ausgesetzte Katzen finden dort ein vorübergebendes Zuhause. Weil die Arbeit in der Einrichtung immer weiter zunimmt, sucht der Verein nun wieder Helfer.

OBERRAD (ben). Eines würden Angelika Speckmann und Christine Elbe wohl nie übers Herz bringen nämlich eine hilfslose Katze zurückweisen. Und wenn das Tierheim wie derzeit doch mal voll ausgelastet ist, "vertrösten wir die Leute und nehmen die Tiere eben später auf", sagt Schatzmeisterin Angelika Speckmann. Die Leute, das sind Menschen, denen trächtige Katzen oder solche mit Jungen aufgefallen sind, und die die Tiere dann bei sich aufgenommen haben. Auch Hinweisen aus der Bevölkerung geht der Verein nach. Wenn beispielsweise eine hochschwangere und hilfsbedürftige Katze irgendwo gesichtet worden ist, fangen Mitglieder das Tier, lassen es von einem Tierarzt untersuchen und bringen es ins Heim. Aus diesem Grund gibt es dort eigens eine Mutter-Kind-Station, welche derzeit so Überlaufen ist, dass sie auf den "Teenager-Trakt", den Bereich für Jungtiere, ausgedehnt wurde.

"Die Kleinen bleiben meist bis zur zwölften Woche bei der Mutter, bis sie getrennt werden" so Speckmann. Abnehmer für die Babys zu finden, sei in der Regel kein Problem, und auch die Mütter könnten meistens abgegeben worden. Wilde Tiere, die überhaupt nicht zahm werden, werden anschließend auch wieder in die Freiheit entlassen. Selbstverständlich kastriert und geimpft. Das sollten auch alle Besitzer von Hauskatzen machen lassen, schließlich liefen rollige Katzen nicht selten von zu Hause weg, um sich von einem fremden Kater decken zu lassen, so die Schatzmeisterin.

Rund 80 Prozent aller Katzen, die ins Heim kommen, sind unkastriert. Bei schätzungsweise 300 Tieren pro Jahr und 180 Mark für den Eingriff des Tierartzes kommt da ein hübsches Sümmchen zusammen. Von den mehr als 60 Dosen Katzenfutter, die die Tiere pro Tag verbrauchen, einmal abgesehen. Geld, das der Verein selbst aufbringen muss, denn "wir kriegen keine staatliche oder städtische Unterstützung", sagt Speckmann.

So müssen die Ausgaben vor allem von den Beiträgen der rund 350 Mitglieder sowie 450 weiteren Spendern bestritten werden. Hin und wieder, nur eben leider viel zu selten, werde der Verein auch mit einem Vermächtnis beglückt, sagt Angelika Speckmann.

Wer sich ein Tier aus dem Heim zulegt, muss dafür 170 Mark bezahlen. Katzenbabys werden nur zu zweit abgegeben. Doch auch erwachsene Katzen hätten oft gerne einen Artgenossen um sich, so die stellvertretende Vorsitzende Christine Elbe.

Die besonderen Sorgenkinder des Heims sind die an Leukose erkrankten Tiere. Die nicht heilbare Virus-Erkrankung verläuft stets tödlich, auch wenn die Katzen damit teilweise jahrelang leben können. "Die dürfen aber nicht mit Gesunden zusammengebracht werden, stellen für den Menschen aber keine Gefahr dar", beruhigt Speckmann, die bis zu vier Mal in der Woche einige Stunden bei ihren Schützlingen verbringt. Klar, dass sie und Christine Elbe auch zu Hause nicht ohne Katzen leben. "Es ist sehr beruhigend. Katzen sind besonders für nervöse Menschen geeignet."

Nach wie vor sucht der Verein freiwillige Helfer, aber auch Aushilfen, die beispielsweise regelmäßig mithelfen, die Gehege sauber zu machen, oder hilfsbedürftige Tiere einsammeln und zum Arzt bringen. Interessierte können sich unter Telefon 651 641 informieren. Vermittlungszeiten für all jene, die sich eine Katze kaufen möchten, sind mittwochs von 14 bis 16 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr im Speckweg 4 sowie nach Absprache.