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  Katzenpost 09

Katzenfänger der besonderen Art
Der Schreckensruf, "die Katzenfänger sind unterwegs", ist nicht immer angebracht, es gibt nämlich "solche" und "solche"; bezahlte Handlanger von Versuchslabors und Schutzengel der Tiere.

  Nach wie vor haben herrenlose Katzen in Städten und auch auf dem Land ein Problem: Der Frühling bringt nicht nur Frühlingsgefühle, laue Nächte und interessante Begegnungen. Die Begegnungen bleiben meist nicht ohne Folgen: Und die sind dann zwar durchaus putzig, haben aber hungrige Mäuler und nehmen den anderen hungrigen Mäulern das spärliche Futter weg. Natürlich reguliert sich dieses Problem ganz von selbst, indem die nicht ganz so starken verhungern, die nicht ganz so klugen überfahren werden usw. Aber befriedigend sind diese Lösungen nicht.

Also versuchen mitleidige Seelen unseres Vereins, den Katzensegen einzudämmen: Einfangen, kastrieren, in gute Hände vermitteln - was meistens nur bei den Jungen möglich ist. Die anderen (die Scheuen, Unafaßbaren) kommen nach der Kastration und einer kurzen Genesungszeit zurück in die Freiheit, zum Genuß noch möglichst vieler neuer Frühlinge, aber ohne Folgen.

Industriegebiete mit großen Firmenkomplexen und Kantinen bieten Streunern die Möglichkeit, im Abfall Futter zu finden, zwar kein idealer, aber immerhin ein Lebensraum. Da sind diese Tiere auch durchaus einmal zu sehen, wie sie in Ecken dösen. Und dann passiert es, daß jemand auf die Idee kommt, den Tieren das Leben etwas zu ereichtern und Katzenfutter hinstellt. Dann werden aus den scheuen Vagabunden scheue, zuverlässig Wartende. Dann wird den Fütternden auch sehr bald bekannt, wer alles zum Füttern sich einfindet, wie viele es sind, wie ihr Gesundheitszustand ist. Und wenn dann die ganz grosse Scheu überwunden ist, besteht die Möglichkeit, "handgreiflich" zu werden und Fallen aufzustellen. Dass dies auch durchaus im Interesse der Firmen ist, ist einzusehen. Schließlich wird auf diesem Weg ein begrenztes Anwachsen der leider nicht von allen geliebten Wesen verhindert.

Eine Dame fütterte schon seit längerer Zeit im Industriegebiet in Seckbach und beobachte im Sommer, daß zu ihrer Schar sich seit neuestem eine Kätzin mit ihren vier etwa drei Monate alten Kätzchen gesellte. Junge in diesem Alter sind gerade noch zähmbar, aber lange warten darf man nicht mehr, wenn die Tierchen noch zutraulich werden sollen. Hier wurde die Hoffnung noch dadurch gestützt, dass die Kätzin selbst sich nicht allzu scheu gebärdete. Denoch war Eile geboten, denn wenn nichts geschah, würden in ein paar Wochen die Junge ohne Mutter erscheinen, bis die Mutter erneut mit einem Anhang reizender Jungen auftauchen würde usw.

Also rief die dame bei uns an. "Könnt ihr helfen?" Wir sind froh, wenn wir solche Anrufe erhalten, denn nur so erfahren wir von diesen Fällen und können gegebenfalls einschreiten. Ob wir immer erfolgreich sind und ob wir immer gerade Platz im Heim haben, um diese Tiere aufzunehmen, ist leider eine andere Sache, aber wir bemühen uns immer. Ein Termin wurde vereinbart, die Fallen aufgestellt. Diese fallen sind für uns als Aussenstehende grässliche Dinger, aber sie sind die einzige Möglichkeit, an die scheuen Tiereheranzukommen. Sind sie zudem besonders hungrig und es riecht verführerisch aus dem Kasten, so bekommt man sie meistens auch. So legten sich also nach Dienstschluss die dame und unsere beiden "Katzenfänger" in der Nähe der aufgestellten Falle auf die Lauer. Zum Glück schlüpfte als erste die Katzenmutter in den Kasten. Das war gut für unseren Zweck. Denn fängt man erst die Jungen, kann die Kätzin in Panik geraten und völlig verschreckt den Platz für längere Zeit meiden. Die Kätzin wurde von der Falle sofort in einen Umsatzkorb gesetzt, die Falle wieder aufgestellt und dann - warten - warten - warten. Eine haöbe Stunde ist die normale Wartezeit, bis die Kätzchen sich wieder an das ungewohnte Ding heranwagen und es untersuchen wollen. Abends um 10 Uhr waren schliesslich und glücklich alle fünf eingesammelt. Es war ein langer Abend gewesen und er war ja noch nicht zu Ende, denn nun mussten ja die Teire noch ins Heim gebracht und dort versorgt werden. Aber trotz aller Müdigkeit überwog das gefühl des Erfolges. Schließlich wusste man, dass nun wirklich alle Kätzchen mit Mutter gefangen waren und man nicht mit der Sorge kämpfen musste, eventuell eines übersehen, vergessen zu haben.

Die Ankunft der Neulinge im Heim war für sie zunächst sehr aufregend: Menschen, sehr nah, fremde Umgebung - aber die Familie war zusammen. Das war beruhigend und dann stand da gleich ein köstlich duftender Teller mit Futter. Sehr schnell gewöhnten sich die Kätzchen an die Betreuer, anden Umgang mit Menschen, verloren letztendlich ihre Scheu und wurden schmusig. Auch die Mutterkatze gewann Zutrauen, ließ sich anfassen, fand es dann schön, gekrault zu werden und wartete schließlich auf Streichelhände. Damit war klar, sie musste nicht wieder zurück, sie konnte in eine Familie vermittelt werden.

Die Kätzin blieb allerdings etwas länger im Heim als ihre Kinder, denn abgesehen davon, daß sie einen wichtigen Termin wahrzunehmen hatte, sah ihr fellchen ziemlich ramponiert aus. Katzenmamas bester und einziger Pelzmantel hatte Mottenlöcher! Nun ja, Motten waren keine, aber irgendeine Chemikalie hatte ihr das Fell verätzt. Zum Glück hatte sie nichts davon abgeleckt, organisch war sie kerngesund. Es dauerte nur eben etwas länger, bis die Löcher zugewachsen waren und ihr Fellchen wieder glänzte, wie es sich für eine stolze Katze gehört.

Dachhasen
Kurze Zeit später erreichte uns ein Anruf aus Oberrad: Mutterkatze mit zwei babies, die Kleinen etwa 5 Wochen alt. Werden Kätzchen in diesem Alter eingefangen, werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach zahm, also nichts wie hin. Außerdem besteht bei Katzenmüttern mit relativ kleinen Jungen immer die Gefahr, dass die Mutter eines tages beschliesst, zur Sicherheit der Jungen sei tapetenwechsel angesagt und dann auf Wochen verschwindet. Zudem lebten in diesem Garten noch drei halbwüchsige.
 

Auch für die war es höchste Zeit, sie einem geregelten Leben zuzuführen. es gab also viel zu tun.
Auch diesmal verlief die Fangaktion wie aus dem Lehrbuch. Die Kätzin ging ganz brav ins "Körbchen".

Doch was war mit den Babies, wo waren die Racker? Kätzin und Babies hatten über die Garage und einem Schuppen die Möglichkeit, aufs Hausdach zu gelangen. Wo zwei Gebäudeteile aneinanderstießen, war ein Spalt und dort steckten die Kleinen - unerrechbar für Menschen. Selbst die Artisten aus dem Moskauer Staatszirkus hätten hier kapitulieren müssen. Dann ka der rettende Einfall. Wenn die Kätzchen nicht zur Falle kammen, musste die Falle halt zu den Kätzchen kommen. Mit vereinten Kräften wurde der Kasten aufs Dach getragen und geschoben und: Bingo! zwei Kätzchen waren im Korb!

Nach all der Unruhe auf dem Grundstück hatten nun allerdings die Halbwüchsigen die Fluch ergriffen. Solch einen Trubel waren sie in ihrem Garten nicht gewöhnt und hatten sich lieber irgendwo in die Nachbarschaft verzogen. - Hier war also heute nichts mehr auszurichten.

Neuer Fangtermin: Nächster Abend - Ergebnis: zwei Halbwüchsige. Nun ja, man braucht halt Geduld, auch Rom wurde nicht in einem Tag erbaut.

Aber kaum war die Tierpflegerin, nachdem sie die Jugendlichen im Heim versorgt hatte, zu Hause, klingelte ihr Telefon. Die Dame war völlig verzweifelt: Sie hatte noch ein Baby entdeckt, das nun schon seit Stunden ohne Nahrung war .......

Was blieb übrig, man musste zurück in den Garten. Futter wurde wieder eingepackt und vorsichtshalber zwe Transportkörbe und die Müdigkeit war plötzlich auch verflogen. Das Katzenkind war inzwischen sehr hungrig und wurde vom Geruch des Futters wie magisch angezogen und war problemlos zu greifen. Und nicht nur das, man sah noch drei Geschwister, die auch hungrigst dem Futterteller zustrebten. Wie gut, dass zwei Körbe da waren!

Mittlerweile war die Nacht schon recht fortgeschritten und am nächsten Morgen würde um 6 der Wecker zu einem neuen arbeitsreichen Tag klingeln. Aber was soll's. Das Wissen, vier Winzlingen zu einer Chance auf Lebensqualität verholfen zu haben, war die Mühe wert.

Nun stand nur noch ein Halbwüchsiger aus. Da die Dame die "Fangaktion" beobachtet hatte, traute sie sich zu, diesen Bruder selbst einzufangen. Sie erhilet eine Falle - und zwei Tage später war auch der letzte in unseren Händen. Da alle Tiere bis auf die Mutterkatze "anfassbar" waren, wurden sie im Heim aufgenommen. Die Mutterkatze wurde etwas später, als die Kleinen die Mutter nicht mehr brauchten, kastriert und dann mit Erlaubnis der Dame wieder in ihren alten Garten zurückgebracht. Hier geniesst sie nun als Einzelkatze die Zuwendung dieser Dame und die Alleinregentschaft über den Garten. Dabei hat die Dame allerdings einen Hintergedanken. In ihrem Heim lebt ihre eigene 20-jährige Wohnungskatze. Aber wenn die nicht mehr ist, ist die Gartenkatze vielleicht so zahm, dass sie zu ihr in die Wohnung kommt.

Nun sprach es sich endgültig rum, dass Tierschützer am Werk sind und so wurde in der Nachbarschaft noch ein Kater zwecks Kastration eingefangen, der nach der Operation auch wieder in seine Freiheit konnte.

Nach all der Aufregung fand es die Dame für angebracht, unsere zwei "Tierfänger" zu einem gemütlichen Abend in ein Restaurant einzuladen und man feierte die überstandene Aktion "10 kleine Negerlein". Um wirklich das Tüpfelchen aufs "i" zu setzen, spendete die Dame dem Verein noch eine grössere Summe. Herzlichen Dank, denn die Zeiten sind schwer und die Finanzen leider immer mau.

Das Einfangen wird ehrenamtlich durchgeführt und wir suchen händeringend Verstärkung für diese so wichtige Arbeit an der Basis.
Auch bitten wir um evtl. Extra-Spenden, denn neben den Kastrationskosten entstehen, auch oft andere Tierarztkosten, da solche "Tiere" oft auch verletzt sind und manchmal auch aufwendige Operationen benötigen.


Milly und Laura
Diese beiden hatten keinen glücklichen Start ins Leben. Als Katzenbabies waren beide sehr krank und wir hatten wenig Hoffnung, dass sie überleben würden. Sie brauchten rund um die Uhr Betreuung und da dies im Heim nicht möglich war, konnten sie zu einem Mitglied, das sich aufopfernd um sie kümmerte. Hierfür Frau G.-D. nochmals unseren besonderen Dank.

Alle 3-4 Stunden Tropfen, Nase abwischen, Tablette, Futter anbieten - und das auch in der Nacht. Der Einsatz aber lohnte sich, die beiden überlebten, wurden kräftig. Doch bei beiden blieb ein chronischer Schnupfen zurück und Milly hatte dadurch ein kaputtes Auge. Da chronischer Schnupfen nicht ansteckend ist, sondern etwas, mit dem man leben kann und was auch nicht immer gleich heftig in Erscheinung treten muss, kamen sie als Teenager ins Heim zurück.

Ob sie vermittelt werden würden, war nicht sicher. Aber erstens soll man die Hoffnung nie aufgeben und zweitens leben die Tiere auch im Heim nicht schlecht. Sie haben Spielkameraden, Menschen, die sie streicheln, so dass es ihnen nicht langweilig wird, Höhlen in die sie sich zurückziehen können, wenn sie allein sein wollen, genug Futter ...

Doch ich brauche nicht zu unken, denn es gab für die beiden wirklich ein Happy End. Ein Ehepaar, dass eine Katze von uns hatte, musste sich aus Krankheitsgründen von ihr trennen. Nun war die Wohnung so leer, so trostlos. Wir alle kennen diese Situation und wissen, wie es diesen Menschen zumute war. So kam das Ehepaar kurz entschlossen eines samstags wieder zu uns.

Millys und Lauras "Behinderung" störte sie gar nicht, man fand Gefallen aneinander - und die beiden Mädchen hatten endlich ein richtiges Zuhause. Dass die beiden nicht als "notlösung" nur irgendwo unglücklich dahinvegetieren, sondern wirklich Amerika enntdeckt haben, zeigt der Brief, der uns ein paar Wochen später zuging:

Hallo liebe Katzenfreunde,
nun will ich mich endlich mal melden und kurz Bericht erstatten, es geht um unsere beiden Süssen, Milly und Laura.
Nach dem Verlust unserer über alles geliebten Sissi (mir kommen schon wieder die Tränen) war unsere Riesenwohnung total verwaist, und es hat überhaupt keinen Spass gemacht von der Arbeit abends nach Hause zu kommen.

Aber jetzt !!!!!

Wir werden mit Freudensprüngen und Gurren (Milly) und Krähen (Laura) begrüsst. Dann gibt es zuerst mal Futter mit homöopathischen Medikamenten versetzt, und dann geht die Jagd durch alle Zimmer los. Es macht soviel Freude den beiden Rackern zuzusehen und natürlich merken unsere Katzenmädels das.

Gesundheitlich geht es unseren Schätzchen wirklich sehr gut. Ab und zu niest mal eine, ist aber unerheblich. Beim Tierarzt waren wir auch. Man hat uns für unsere Mädchen Echinacin und noch so einige Naturheilmittel verschrieben, die ganz brav eingenommen werden.

Schlafen tun sie natürlcih bei uns im Bett. Laura bei mir und Milly bei meinem Mann, der Gott sei Dank die Katzen genauso heiss und innig liebt wie ich. Morgens werden wir mit Samtpfoten geweckt und immer gibt's Zuneigung und Streicheleinheiten.

Wir bedanken uns vielmals für die Vermiitlung unserer Mädchens und verbleiben

mit vielen lieben Grüssen
Familie Seidel


Katzenschutz national und international
Frankfurt und Katzen aus aller Welt? Nun ja, ganz so global sind wir nun nicht, aber Ansätze zum Weltkatzenzentrum haben wir schon.
Sie erinnern sich, dass wir vor eineinhalb Jahren Katzen aus den neuen Bundesländern aufnahmen. Letztes Jahr kamen Katzen aus Griechenland und jetzt bestehen auch Verbindungen nach Süddeutschland und Spanien.

"Warum müssen wir Katzen aus allen Himmelsrichtungen nach Frankfurt schleppen?, mag sich manch einer fragen. "Haben wir nicht hier Tiere genug?" - Ja und nein. Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Natürlich brauchen wir nicht unbedingt die Weitgereisten, natürlich könnten wir unsere Aktivitäten auf Frankfurt und Umgebung beschränken. Es macht aber auch nicht Sinn, scheue, freilebende Katzen auf Teufel komm raus aufzunehmen. Diese Tiere sind, - sofern sie älter als ein viertel Jahr sind - nur noch bedingt an Menschen zu gewöhnen und daher auf absehbare Zeit unvermittelbar. Die "Freilebenden" kastriert man besser und entlässt sie zurück in ihre Freiheit. Die "Zugereisten" dagegen sind Tiere, die Menschen gewöhnt sind, denen ein eingeschränkter Aktionsradius weni ausmacht, solange sich in diesem Radius ein Mensch mit Streichelhänden und einem bequemen Sofa, Bauch oder Schoss befindet.

So kam vor kurzem eine Gruppe junger Katzen aus einem süddeutschen Tierheim zu uns. Diese Katzen waren z.T. ehemalige Flaschenkinder, suchten menschliche Nähe, wollten Familienanschluss. Sie hatten in ihrem Gebiet aber wenig Aussicht auf Vermittlung, weil sie aus einem ländlichen Gebiet kamen, wo massenweise junge Kätzchen auf jedem Bauernhof zu finden sind. Das Tierheim dort kann also kaum Abnehmer für diese Kätzchen finden und so kam man über den Deutschen Tierschutzbund an unsere Adresse. Da unsere Mutter-Kind-Stationen zu dieser Jahreszeit gerade leer waren, bot es sich an, diese Katzen aufzunehmen. Sie wurden uns gebracht und man sprach von einem von einem "Kleinen Paradies" das sie bei uns haben. Natürlich waren sie alle nicht lange bei uns, sie waren bereits kastriert und geimpft, mussten von uns lediglich noch getestet werden und konnten prima vermittelt werden.

  Auch die Spanier haben das Problem, so gut wie keine Katzen im eigenen Land vermitteln zu können. Hinzu kommt, dass Tiere, die in den Tierheimen sitzen, nur eine gewisse Zeit dort bleiben dürfen. Wenn sie innerhalb dieser Zeit nicht vermittelt oder ihrem ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden können, werden sie eingeschläfert, um Platz für andere Tiere zu machen.

So gibt es nun Organisationen, die sich herrenloser Hunde und Katzen in Spanien annehmen, mit spanischen Tierheimen zusammenarbeiten und potentielle Abnehmer für diese Tiere in Deutschland suchen.

Eines Tages erhielten wir einen Anruf: ob wir solche Tiere aufnehmen würden. Verständlicherweise waren wir zunächst etwas vorsichtig, boten uns Bedenkzeit aus und versuchten, etwas über diese Organisation zu erfahren. Schliesslich haben wir die Verantwortung für unsere Heimkatzen, die wir nicht dadurch gefährden können, dass wir evtl. kranke, verseuchte Tiere aufnehmen. Was wir erfuhren, klang gut. Also sagten wir zu. Alle Tiere, die von der Organisation abgegeben werden,b sind geimpft, Leukose getestet und wenn möglich kastriert. Mitglieder der Organisation bringen die Tiere ehrenamtlich in Transportern / Kombis von Madrid nach Deutschland in die Nähe von Frankfurt, von wo aus sie von den hiesigen Abnehmern geholt werden müssen. Wir hatten die Zusage für 20 Katzen gegeben, da im Winter weiniger Tiere im Heim sind.

Dann kam der grosse Tag. Ab 8 Uhr stand das Abholteam bereit und wartete auf den Anruf, dass die Tiere in absehbare Zeit eintreffen würden. Natürlich war an diesem Wochende das Wetter wieder einmal umgeschlagen. Statt der milden Trockenheit der vorangegangenen Tage hatte der Winter sich mit Schnee zurückgemeldet und so verzögerte sich die Ankunft. Aber schliesslich kam dann zwei Stunden später der erlösende Bescheid: der Transport ist kurz vor Frankfurt. Nicht nur die Herzen der transportierten Tiere schlug schneller vor Aufregung, sondern auch die der Abholer. Sie sahen wunderschöne Tiere, alle ziemlich eingeschüchtert von der weiten Fahrt, aber nicht wild, nicht aggressiv. Im Speckweg waren sie dann erst einmal froh, dass sie aus den engen Transportboxen in einen geräumigen Aufenthaltsraum (wir hatten ein Vermittlungszimmer dafür vorgesehen) umziehen konnten. Ausserdem gab es eine ordentliche Portion Futter.

Die Eingewöhnungszeit für diese Tiere war erstaunlich gering. Am Tag der Ankunft waren alle sehr matt, müde, einige schnieften auch ein wenig. Aber schon 24 Stunden später waren die meisten putzmunter, spielten, begrüssten die Pflegerinnen aufs herzlichste und wollten Streicheleinheiten. Unter den Tieren waren auch durchaus Besonderheiten: Ein Siamese, ein Karthäuser, eine British Kurzhaar. Und alle Tiere waren einfach umwerfend charmant, lieb, anhänglich, zärtlich. Der Gedanke, dass diese Tiere in Spanien wohl zu diesem Zeitpunkt die Todesspritze bekommen hätten, liess auch den vehementesten Kritiker verstummen. Wie schön, dass diese munteren, freundlichen Wesen sich noch etwas länger ihres Lebens erfreuen können.

Auch diese Tiere waren nicht lange bei uns. Die Kater waren nicht lange bei uns. die Kater waren nicht kastriert, das mussten wir noch nachholen, aber auch sie wurden danach ohne Probleme vermittelt.

Es versteht sich von selbst, dass wir diese Verbindung aufrecht erhalten werden. Natürlich können wir nicht im Sommer, wenn die "eigenen" Kätzchen kommen, Tiere aufnehmen, aber da ist es für einen Transport sowieso viel zu heiss!


Lotte und Laura
Auch diese zwei waren "Problemkatzen", als sie uns gebracht wurden. Sie waren in der Urlaubszeit bei einer Familie zur Urlaubsbetreuung abgegeben und anschliessend nicht mehr abgeholt worden. Die Pflegeeltern wollten und konnten sie auch nicht behalten, also wurden sie uns gebracht, nachdem wir uns bereit erklärten, diese Tiere aufzunehmen.

Unsere Tierärztin checkte die beiden durch und stellte fest, dass es sich um ältere Tiere handelte. Sie waren etwa 9 Jahre alt und hatten beide chronischen Schnupfen, der nie behandelt worden war. Ob dies schliesslich der Grund war, warum man sie nicht mehr abgeholt hatte?

Laura und Lotte blieben lange stationär bei unserer Ärztin, die sich sehr um jede einzelne Katze bemüht und die jeder Katze eine gewisse Lebensqualität geben will. Dazu gehört, dass der Gesundzustand stabil ist - erst dann kommen sie zu uns ins Heim zurück. Nach Wochen war es schlieslich auch bei diesen beiden soweit und sie wurden uns wieder gebracht. Zu unserem Erstaunen lebten sie sich auch hier schnell ein. Sie vertrugen sich gut mit den anderen Katzen, waren nicht die unzertrennlichen Schwestern, die nur als Paar hätten abgegeben werden können, sondern jede war für sich allein glücklich und zufrieden.

Für Lotte interessierte sich eine ältere Dame, die nicht mehr gut zu Fuss und deshalb viel Zuhause ist. Sie suchte eine Gefährtin, die ruhig war und ihr die Wohnung zum Heim machen würde. Lottes Schnurren und ihr Augenaufschlag versprachen dies und aus den beiden älteren Damen wurde ein Paar, das sich gegenseitig das Leben verschönt. Beide haben wichtige Aufgaben für den anderen übernommen: Die alte Dame bedient den Dosenöffner und Lotte hilft Heizkosten sparen, indem sie als Heizkissen dafür sorgt, dass es der Dame nie kalt wird, denn sie liebt es, auf dem Schoss zu sitzen.

Die alte Dame telefoniert sehr oft mit uns und immer wieder hören wir, wie glücklich beide mit einanden geworden sind und das macht auch uns äusserst glücklich. Das sind dann die Momente wo wir sagen, es lohnt sich immer für jedes einzelne Tier zu kämpfen.

Laura dagegen kam zu einem jungen Ehepaar. Diese suchten kein Spielzeug, sondern wollten bewusst ein Tier, das nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht und dem man noch ein paar schöne Jahre machen kann. Da beide berufstätig sind, heisst dies zwar, dass Laura den ganzen Tag über allein ist. Aber wenn man schon 9 Jahre auf dem Buckel hat, ist man sehr froh über einen ausgedehnten Schönheitsschlaf. Es ist Bewegung und Aufregung genug, bis die beiden Brötchenverdiener rechtzeitig aus den Federn gescheucht und aus dem Haus sind, danach ist eine mehrstündige Siesta gerade richtig, wo man sich seinen Träumen hingeben kann - und bis man sich versieht, ist es schon Nachmittag und der Schlüssel dreht sich im Schloss und die geliebten Menschen kehren heim.

Von Einsamkeit oder Langweile also keine Spur.


Über solch liebe Briefe freuen wir uns immer besonders:

Liebe Katzenfreunde,
erinnern Sie sich noch an uns zwei: Geschwister, eine grau-getigert und eine schwarz-getigert??
Schiggy und Whisky??

Wir sind nun etwas mehr als ein Jahr bei unserer Familie und uns geht es ungeheuer gut. Herrchen und Frauchen und auch Kathrin udn Oliver kennen unsere Gewohnheiten inzwischen ganz genau und wissen vor allem was wir am liebsten essen.

Frauchen hat Ihnen ja schon einiges über uns zwei berichtet, aber nun wollten wir uns auch einmal zu Wort melden.

Am Anfang hatten wir noch ein bisschen Erziehungsarbeit bei Oliver zu leisten, denn so ein 9-jähriger Junge denkt doch tatsächlich, dass wir zum Schmusen da sind, wenn er will. Inzwischen hat er aber gelernt, dass er dann mit uns schusen muss, wenn wir wollen. Wir verstehen uns jetzt prächtig und der Kleine ist eigentlich auch ganz lieb mit uns, wenn nicht, dann geht Frauchen schon dazwischen.

Inzwischen gab es in der Familie auch Nachwuchs. Kathrin hatte zwei Meerschweinchen, wovon nach ein paar Wochen eines leider verstorben ist. Wir waren ganz schön verdutzt als wir bemerkten, dass im Käfig, den wir natürlich immer im Auge hatten, plötzlich eine "Wutz" fehlte. Wir trauerten mit Tara, die nun ganz allein und bekümmert herumsass. Aber Frauchen hat dann für sie einen Spielkameraden gefunden: einen Jungen namens Pascha. Die zwei haben sich auch von Anfang an gut vertrage; zu gut. Vor zwei Monaten kamen 6 niedliche kleine Meerschweinchen (alles Mädchen) zur Welt und wir waren dabei. Natürlich hat Kathrin. diese Kleinen nicht weggegeben, sondern sie wurden zwischen ihr und Oliver aufgeteilt. damit wir nicht noch einmal Zuwachs bekommen, wurde Pascha inzwischen kastriert. Es gibt also jetzt zwei Käfige und wir wissen manchmal gar nicht, wo wir hinschauen sollen. Wenn die Käfige saubergamcht werden, sind wir immer dabei. Am Anfang sind wir immer füchterlich erschrocken, wenn die so komisch gequiekt haben, aber jetzt geht's. Wir beschnuppern uns und Frauchen passt immer auf, dass wir keine dummen Sachen machen.

Wir haben in diesem Jahr sehr viel gelernt. Gardinen sind nicht dazu da, dass man sich hineinhängt (komisch macht aber doch so viel Spass - na gut, dann tun wir das nur wenn keiner uns sieht). Im Bett Mäuschen fangen durften wir auch nur als wir noch klein waren. Frauchen hat inzwischen einige Bettlaken einbüssen müssen und deshalb dürfen wir das nicht mehr. Frauchen hat aber etwas ganz tolles. Einen Laserpointer. Der ist ja noch viel schöner als unsere Mäuse, Bälle, Bonbon-papierchen oder mit was man sonst noch spielen kann. Allerdings hat Whisky dabei mehr Spass als ich, denn ich, Schiggy, habe mich darauf spezialisiert, die sensible Schöne (sagt Frauchen). Wenn ich mit einem von meinen Leuten schmuse, dann ist Whisky total sauer und verschwindet in irgend einer Ecke. Ich muss immer warten bis sie fertig ist, dann darf ich auch zum Schmusen kommen. Aber wir teilen uns die Liebe von unseren Leuten gut ein. Es sind ja auch genug Personen da!

Jeder von uns hat seine Methode gefunden, wie man sie zu etwas Bestimmten bringt. Ich, Schiggy, schmuse z.B. so lange und ausdauernd mit Frauchen bis diese endlich aufsteht und mir etwas zum Knabbern gibt. Und ich, Whisky, halte Frauchen an der Küchentüre immer mit meinem Pfötchen fest - dann gibt sie mir bestimmt noch von diesen leckeren Käseteilchen aus der lila Tüte.

Etwas mögen wir aber ganz und gar nicht! Wenn Besuch kommt, dann verkriechen wir uns unter die Couch (da ist unten die Bespannung nicht ganz zu und wir können da hinein und uns auf die Holzstreben legen). Dort findet uns kein fremder Mensch. Unsere Leute wissen ja, wo wir sind und müssen sich keine Sorgen um uns machen. Am Anfang haben sie gesucht und gesucht, bis sie auf die Idee kamen, dass wir uns dort unten versteckt haben. Auf diese Weise haben wir unsere Ruhe, denn dort werden wir nicht herausgeholt, wenn uns mal einer von den Besuchern sehen will (ein ganz linker Trick ist nur, wenn jemand mit der Brekkies-Kiste raschelt. Wer kann denn dann noch still in der Couch herumliegen!).

So, nun müssen wir nach den "Wutzen" gucken. Mal sehen, was die so machen. Wenn Frauchen mal wieder mit diesem Ding, das sie Photoapparat nennt, kommt und von uns Bilder macht, dann wird sie sicher auch ein paar Bilder an Sie schicken. Wir wollten nur mal von uns hören lassen, damit Sie sich keine Sorgen machen. Vielen Dank auch, dass Sie uns diese Menschen zum Liebhaben und Füttern ausgesucht haben. Hoffentlich geht es anderen Katzen genauso gut wie uns.


Viele Grüsse und alles Gute für Sie alle
Ihre
Whisky und Schiggy



 
     
 
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