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  Katzenpost 07

Neun auf einen Streich
Arbeitslos zu werden ist ein harter Schlag, nicht nur für die Menschen, sondern oft auch für die im Haushalt lebenden Tiere, denn plötzlich werden die Mittel knapp, Geld für den Tierarzt fehlt, dann werden oft die Tierschutzorganisationen angesprochen.

So erreichte uns ein Anruf. Eine Dame wollte bei uns vier Katzen abgeben, weil sie arbeitslos geworden war und sie das Geld für das Katzenfutter nicht mehr aufbringen konnte. Im Verlauf des Gesprächs wurde klar, daß da noch mehr im Argen lag. Es stellte sich heraus, daß neben den Vieren noch eine Mutterkatze mit vier halbwüchsigen Jungen und ein unkastrierter Kater in der Wohnung lebten. Als die Dame die Katze und den Kater aufgenommen hatte, hatte sie angeblich kein Geld für die Kastration, so kam der Katzensegen. Aber jetzt war eine Grenze erreicht, sie konnte ihre Tiere nicht mehr ernähren.

Wir vereinbarten einen Termin, zu dem wir die Tiere abholen würden: Den zuerst genannten "Viererpack" und die Mutter mit ihren Halbwüchsigen. Als wir dort eintrafen, stellte sich heraus, daß neben diesen Tieren noch eine Katze in der Wohnung war eine hochträchtige Kätzin. Der Kater hatte ganze Arbeit geleistet! Da die Dame sehr an ihrem Kater hing, wurde vereinbart, daß ausnahmsweise der Katzenschutzverein die Kosten für die Kastration übernehmen und der Kater bei der Dame verbleiben würde. Die hochträchtige Katze sollte in der gewohnten Umgebung ihre Jungen zur Welt bringen und dann bald danach mit ihren Babies zu uns kommen. Die anderen Katzen, der "Viererpack" und die Mutter mit ihren vier Jungen, nahmen unsere Helfer gleich mit.

Drei Wochen später wurde dann die junge Mutter (Jenny) mit ihren 6 Jungen geholt. 16 Katzen aus einem Haushalt innerhalb von drei Wochen, damit war unsere Aufnahmekapazität für den Moment erschöpft.

Hier noch einmal ein Wort zum Thema "Kastration". Ich weiß, daß vielen Leuten bei dem Gedanken an das Skalpell des Tierarztes kalte Schauer über den Rücken jagen. Aber was ist die Alternative? Wenn man bedenkt, daß eine Kätzin im Laufe von 7 Jahren durch Kinder und Kindeskinder die Welt mit bis zu 2.000 Katzen bevölkern kann. Bei aller Liebe, wie sollten die alle leben? Es ist doch klar, daß sehr viele dieser Tiere elend umkommen. Das ist der Lauf der Welt, könnte man jetzt sagen, aber man stelle sich vor, daß man selbst eines dieser armen Kreaturen wäre, das hungrig und frierend durch die "Natur" geistert, bis es endlich von einem Auto überfahren, von einem Hund zerrissen wird, verhungert

...... Danke, nein! Und wenn ich bedenke, daß meine Moni, die jetzt 16 ist, mich mit über 2.000 Kätzchen beglückt hätte, eines schöner als das andere. So weiß ich doch, daß ich die nie alle hätte behalten können. Ich wäre nach kürzester Zeit so verzweifelt gewesen, daß ich jedem ein Jungtier aufgedrängt hätte, der mir über den Weg gelaufen wäre auch nicht gerade ein verantwortungsvolles Handeln und bestimmt keine zufriedenstellende Lösung. Da ist das Messerchen des Tierarztes doch am humansten!

Bei Kastrationen und ungewolltem privaten Katzensegen bemüht sich der Katzenschutzverein, zu helfen, aber wir haben Grenzen, denn wir sind keine staatliche oder städtische Institution. Auch wenn wir überzeugt sind, daß Kastrationen absolut wichtig sind, können wir bedingt durch die hohen Kosten unseres Tierheimbetriebs nur in Ausnahmefällen diese Operationen übernehmen.


Katzen sind auch Männersache
Wer glaubt, daß nur Frauen ein Herz für Katzen haben, ist gehörig auf dem Holzweg. In der Bürostadt Niederrad gibt es einen Herrn, er ist Hausmeister, dem die samtpfötigen Feliden sehr wichtig sind. Er füttert in Niederrad schon seit Jahren streunende Katzen. Das Futter bezahlt er aus seiner eigenen Tasche.

Die erste Katze, der er als mitleidiger Mensch etwas zu essen hinstellte, ist mittlerweile unumschränkter Herrscher in seiner Wohnung und räkelt sich genüßlich auf dem bequemsten Sessel im Wohnzimmer, wenn der Mann zu seiner Arbeit muß.

Da der Mann die anderen Katzen, die sich im Laufe der Zeit zur Fütterung einfinden und gefunden haben, nicht auch aufnehmen kann, tut er das, was ihm möglich und für ihn äußerst wichtig ist. Er füttert erst einmal die Streuner, läßt sie dann auf seine Kosten kastrieren. Dann versucht er Menschen zu finden, die bereit sind, einer solchen Katze ein neues Zuhause zu geben, wenn die Tiere so zahm geworden sind, daß sie in einer Wohnung gehalten werden können. Vor kurzem scheiterten alle seine Bemühungen, eine Familie für Casimir zu finden. Dabei war dieser Kater wirklich zu schade, um draußen mehr schlecht als recht sich durchzuschlagen: getigert, bildschön, selbstbewußt, aber sehr liebebedürftig. Also wandte sich der Mann an uns und war sehr froh eine Anlaufstelle gefunden zu haben. Casimir kam daher zu uns. Es dauerte auch gar nicht lange, bis wir Casimir vermitteln konnten: Vater und Sohn nahmen ihn als dritten Mann mit in einen reinen Männerhaushalt.


Vor Weihnachten im Katzenheim aus der Sicht einiger unserer Katzen


Frenzy

Weihnachten ist die Zeit der Unruhe, aber einer schönen Unruhe. Jetzt kommen öfter Leute und geben Briefumschläge oder auch ab und zu kleine Päckchen oder Tüten für uns ab. Das ist gut, denn ich liebe Besucher. Jeder ist ja so freundlich, spricht mit mir, streichelt mir über den Kopf und riecht so unglaublich interessant. Manchesmal sind da richtig aufregende Düfte dabei und auch Düfte, die ich wieder zu erkennen glaube. Ich bin ja häufig in der "Wohnung", d.h. bei den Katzen, die zur Vermittlung anstehen. Viele von denen sind sehr nett und ich freunde mich mit ihnen an. Insofern finde ich es wahnsinnig toll, wenn jetzt jemand kommt, der nach einer ehemaligen Freundin, einem ehemaligen Freund riecht. Ich kann mich dann zwar nicht unbedingt mehr an alle Namen erinnern, ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste, aber ich freue mich sehr, auf diesem Weg etwas von meinen früheren Bekannten zu erfahren. Ich höre dann natürlich genau zu, wenn im Büro mit den Menschen gesprochen wird und dann ein Katzenname fällt, den ich noch kenne. Und genau dieses Tier hatte ich an dem Menschen gerochen. Ich habe mich dann ganz toll an den Menschen geworfen und meinen Kopf an dessen Arm gerieben und auf diese Weise zurückgegrüßt. Ich bin sicher, Muschi hat meine Nachricht erhalten und sich auch gefreut.


Teddy
Die Frenzy mit ihrem Geschmuse mit den Besuchern, die ins Büro gehen, ist ja richtig ekelhaft. Überall schmeißt sie sich 'ran biedert sich an, widerlich, zumal ich dadurch gar nicht zum Zuge komme. Ich kann auch die Besucher entgegenkommend begrüßen, wie jeder weiß, der schon einmal ans große Gehege gekommen ist. Aber Frenzy hat mit ihrem Geschwätz insofern Recht, daß die abgegebenen Päckchen interessant sind. An die Menschen komme ich nicht 'ran aber die Päckchen darf ich abschnuppern. Was da alles drin ist! Manche Päckchen sind schon Pakete und sehr schwer. Sie klappern ein bißchen, da kann ich dann raten, ob das Whiskas , Kittekat oder Felix Dosen sind. Andere Tüten rascheln und riechen verheißungsvoll. Ich kann dann schon durch die Plastiktüte erschnuppern, ob es Brekkies oder die Knabberkissen von Whiskas sind. Letztens war ich verwirrt. Da war ein Geruch, den ich noch nicht kannte, die Sorte hatten wir noch nicht, aber die Bröckchen schmeckten unheimlich gut. Hoffentlich kommt der Besucher bald wieder!Rambo

Weihnachten! Als cooler Typ spricht mich das gefühlvolle Getue nicht sonderlich an, aber positiv ist, daß interessante Dinge bei uns landen. Ich sehe an manchen Tagen Menschen mit Kartons ins Büro gehen und am nächsten Tag bekommen wir den Karton zum Spielen. Toll! Dann können Fritzi, Sammi und ich im Karton herumtoben, uns darin verstecken, unter ihn kriechen, ihn im Gehege herumschieben und schließlich zu Konfetti verarbeiten. Beim letzten Mal war eine rote Schleife als Zugabe dabei. Prima, ich liebe rot. Sammi und ich haben uns den ganzen Nachmittag um das Band gebalgt, nicht wirklich ernsthaft, aber ich habe natürlich gewonnen und dann demonstrativ die Trophäe mit auf mein Schlafkissen genommen. Ich habe es die ganze Nacht abgeschleckt, so daß sich Lizzi neben mir über den Krach beschwerte. Ich habe sie dann mitlutschen lassen, damit war sie dann zufrieden. Manchmal sind auch Kissen mit Katzenminze oder Spielmäuse oder Bällchen in den Kartons. Na, das gibt dann eine Jagd. Letztens kam Alex auf die Idee, eine Spielmaus in den Wassernapf zu tunken. Das war klasse. Zuerst schwamm sie auf dem Wasser, dann hat Alex sie ein paarmal getunkt, aber sie kam immer wieder hoch und dann hat Alex sie wieder mit der Pfote herausgefischt. Ein paar von den Weibern haben dabei einige Wassertropfen abbekommen. Was haben die protestiert und was sind die gerannt, Gänse ... !

Dieses Jahr wird es sicher nicht so schlimm. Wir haben ja kein "Millennium". Was war das denn? Wie schmeckt das? Nach Huhn, Hackfleisch, Olsardinen oder gar nach Katzenmilch? Ich weiß ja, daß wir zu Weihnachten auch ewas Besonderes auf unsere Teller bekommen! Brekkies, wir lieben sie, Huhn, Hackfleisch? Und danach? Bekommen wir von jetzt ab jede Woche Huhn, Hackfleisch, Sardinen? Das wünscht sich Rambo!

Hallo, hier ist noch 'mal Teddy!
Der Rambo denkt nur ans Fressen. Millennium hat nichts mit Futter zu tun, es hatte etwas mit Computern zu tun. Ich weiß, daß die Menschen letztes Jahr befürchtet hatten, daß die "Computer abstürzen". Was das im einzelnen bedeutet, weiß ich nicht, aber ich weiß, daß wir im Büro so ein Ding stehen haben. Ich hatte es mir so gewünscht, daß das Ding vom Schreibtisch fallen und Frenzy kräftig erschrecken möge. Aber leider ist nichts passiert! Das wäre fein gewesen!


Felice
Weihnachten, das habe ich jetzt schon! Seit einer Woche bin ich im Speckweg und komme mir vor wie im Himmel. Endlich in Sicherheit. Ich habe eine Tochter und draußen war sie ständig in Gefahr. Wir lebten in einem großen Garten, in dem wir vor fremden Katern nie sicher waren. Im Sommer hatte ich die Herrenbesuche ja sehr gern, aber seit meine Tochter auf der Welt ist, habe ich Angst vor Katern, Angst um meine Tochter. Wir wurden von Menschen gefüttert, insofern ging es uns gut, doch eines Tages nahm man mir meine Tochter weg. Sie war da erst sechs Wochen alt. Ich bekam sie zwar nach ein paar Stunden wieder, aber da roch sie ganz fürchterlich nach Arzt und Medizin. Und dann war sie eine Woche lang furchtbar müde und schlapp. Das Füttern durch die Menschen wurde danach unregelmäßiger und ein paar Wochen später wurden meine Tochter und ich in Körbe gepackt und in den Speckweg gefahren. Im Büro hörte ich dann, wie die Menschen, die uns abgaben, ganz groß herausstellten, daß meine Tochter schon geimpft, sei gegen Tollwut, Schnupfen und Seuche im Kombipack! Das also war der Grund, warum meine Kleine so matt war, ein Wunder, daß sie diese Tortur überhaupt überlebte! Was sollte das? Das Kind war doch noch viel zu klein dafür, und wäre auch jetzt noch zu klein! Und ich bin doch auch nicht geimpft. Warum sie? Gut, daß wir dort weggekommen sind! Wer weiß, was denen noch alles Dummes eingefallen wäre. Im Speckweg fühlen wir uns sicher, es geht uns blendend und wir sind ausgesprochen glücklich. Das ist ein Grund zur Freude und zum Feiern nicht nur zur Weihnachtszeit.

  Mikesch
Mikesch kam aus einer Familie mit einer ausgeprägten Streitkultur. Zärtlichkeiten, sanftes Gesäusel, Verdrängen der Probleme? Bitte nicht! Hier wurden Unzufriedenheit und Frust thematisiert und einander "partnerschaftlich" an den Kopf geworfen. Es ging oft lautstark zu, man steigerte sich so richtig ins Streiten und organisierte sein Leben um den Zoff herum. Der Kater, der in diesen Haushalt gehörte, hatte sein Futter, ansonsten kümmerten sich die Menschen nicht um ihn, sie waren zu sehr miteinander und mit ihren Konflikten beschäftigt. Wen wundert es, daß der Kater begann, ebenfalls lautstark mitzureden.

Er fing an zu miauen und hörte nicht mehr auf. Und Mikeschs Miauen war laut, auch wenn er alleine in der Wohnung war, miaute Mikesch, auch nachts. Und da Mikeschs Wohnung nicht einsam in der Lüneburger Heide lag, sondern mitten in einem Wohnblock in Frankfurt, verhallte sein Miauen nicht ungehört, sondern brachte die Nachbarn zur Verzweiflung. Der Hausmeister wurde eingeschaltet, um dem Lärm ein Ende zu setzen. Aber Mikesch war nicht bereit, seine Selbstgespräche aufzugeben, er redete und schrie weiter, unentwegt. So reifte die Erkenntnis, daß dieser Kater in diesem Haus nicht bleiben könne. Und darüber wurde man sich in diesem Haushalt sogar einig. Mikesch mußte aus dem Haus und so kam er zu uns.

Da saß er nun, 2 Jahre alt, unkastriert, verwirrt. Er war so verwirrt, daß er nicht mehr miaute. Er schien sich einzuleben. Die anderen Katzen störten ihn nicht und Menschen war er gewöhnt.

Doch eines war seltsam. Mikesch war "launisch", unberechenbar, er ließ sich streicheln, schmuste auch, konnte aber im nächsten Moment völlig unvermittelt zubeißen. Nun ist aber auch klar, daß im Tierheim keiner Katze die Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, die ein Stubentiger in einer Familie genießt. Vielleicht war es das, was Mikesch irritierte und aggressiv werden ließ. Fühlte er sich vernachlässigt, fehlte es ihm an Zuwendung? Seiner ursprünglichen Familie war nichts in Bezug auf aggressives Verhalten aufgefallen. Als eine neue Familie sich für Mikesch interessierte und dieser auch ganz freundlich zu ihnen war, wurde er an diese Tierfreunde (inzwischen auch kastriert) vermittelt. War Mikesch nur im Heim so ruppig oder würde er dieses Verhalten auch in der neuen Familie zeigen? Unsere Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Mikesch verhielt sich auch dort nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, in der er unglaublich lieb war unberechenbar. Er war zärtlich und schmusig in einem Augenblick, im nächsten wild und aggressiv. Mit einem solchen Teufelsbraten von einem Kater konnten diese Menschen nicht leben, also kam er wieder zu uns zurück.

Aber was war mit dem Kater los? Unsere Heimtierärztin konnte bei der erneuten Untersuchung wieder nichts feststellen, keine offensichtliche Krankheit, aber hatte er vielleicht einen Gehimtumor? Also nahm sie ihn mit in die Klinik. Er wurde geröntgt, verschiedene Tests wurden durchgeführt jedoch auch diesmal ohne Befund. Mikesch war absolut gesund. Bei dieser Gelegenheit wurden ihm, um ihn weniger gefährlich zu machen, die Reißzähne abgeschliffen. Da er ja keine Beute mehr machen und töten mußte, konnte er auf die spitzen Mordwerkzeuge verzichten und für alle Menschen, die fürderhin mit ihm zu tun haben würden, war es der beste Schutz.

Ein "entschärfter' Mikesch kam nun zurück. Doch noch wurde die Hoffnung nicht aufgegeben, ihn wieder für ein neues Zuhause fit zu machen. Seine Pflegerin nahm sich nun besonders viel Zeit für ihn. Er wurde regelrecht von uns allen verwöhnt. Man setzte sich mehrmals am Tag neben ihn, sprach mit ihm, widmete sich offensichtlich nur ihm, ließ ihn entscheiden, wann er Streicheleinheiten wollte. Nun schien die Sache zu funktionieren. Mikeschs Aggressionsanfälle wurden geringer und verschwanden schließlich ganz. Auch als die Betreuerin die Einzeltherapie zurückschraubte, ihm weniger Zeit widmete, tauchten die Anfälle nicht mehr auf. So konnte ein neuer Vermittlungsversuch gewagt werden und es funktionierte. Mikesch, unser ganz besonderer Freund und Schützling, lebt inzwischen als Zweitkatze in einer Wohnung mit Balkon (katzensicher natürlich) und verträgt sich prächtig mit Kater und Mensch.

Gonzo II
Wer kennt nicht Thomas O'Malley aus den Aristo Cats, den liebenswerten Draufgänger aus der Gosse mit dem goldenen Herzen? So einen Schatz haben wir nun im Heim: Gonzo 11.
Gonzo ist ein ganz gewöhnlicher Straßenkater. Gewöhnlich aber nur, was seinen Stammbaum betrifft, ansonsten gibt es bei Katzen keine "gewöhnlichen" Tiere, sondern nur außergewöhnliche Charaktere und Gonzo ist der König dieser außergewöhnlichen Geschöpfe.
 

Schwarz weiß, stämmig, mit einem enormen Katerkopf und von uraltem Frankfurter Hinterhof Adel herrschte er in seinem Revier. Clever, geschickt und mit allen Wassern gewaschen schlug er sich durchs Leben. Sein Revier war ein Gelände in der Nähe einer Altenwohnanlage, das als Futterquelle doppelt ertragreich war.

Einerseits fütterte dort eine Tierfreundin herrenlose Katzen, andererseits wußte Gonzo sich das Herz einiger Heimbewohner zu erobern, die ihm zusätzlich Leckereien zusteckten. Hunger litt er also nicht. Aber seine Anwesenheit ließ nicht alle Herzen höher schlagen. Als potenter Kater markierte er sein Revier und das gefiel nicht jedem. Gonzos Duftmarken ließen Büsche und Blumen erbleichen und eingehen, hinterließen Flecken auf/an Betonplatten und Gartenzäunen. Gegen dieses Problem gibt es eine gute Lösung Gonzo mußte nur kastriert werden, doch dazu mußte man ihn erst einmal haben. Die von der Tierfreundin herbeigerufene Helferin des Katzenschutzvereins legte sich mit ihr auf die Lauer, aber Gonzo ging nicht in die Falle. Da half auch nicht, daß die Tierfreundin den Kater nicht gefüttert hatte, Gonzo hatte sich wie immer ganz einfach woanders etwas zu essen besorgt und war nicht hungrig. Warum sollte er dann in ein Ding kriechen, das zwar verführerisch roch, aber doch etwas verdächtig aussah? Das Risiko ging Gonzo nicht ein! Enttäuscht und unverrichteter Dinge zog man also wieder ab. Gonzo konnte im Moment nicht geholfen werden.

Die Wochen vergingen. Gonzo schlug sich schlecht und recht durchs Leben. Langsam wurde er zutraulicher, vor allem der Tierfreundin gegenüber, die ihm immer etwas zu essen gab. Nach und nach kam er sogar zum Füttern in ihre Wohnung. Sobald er gegessen hatte, ging er aber immer wieder weg. Er wollte noch nicht bleiben. Und dann kam er an einem Tag überhaupt nicht. Als er sich am nächsten Tag wieder einstellte, sah er fürchterlich aus. Er hatte am ganzen Körper blutige Wunden. Wie tief und gefährlich die Verletzungen waren, konnte die Dame nicht feststellen. Sie konnte ihn jedoch in einen Korb schupsen, denn Gonzo brauchte Hilfe und dann war ja noch die Kleinigkeit seiner Potenz zu erledigen!

Also rief man wieder im Verein an und bat um Unterstützung, die auch gerne zugesagt wurde. So wurde Gonzo zu uns gebracht und die Wunden wurden zunächst versorgt. Sie stammten von Hundebissen und würden nach und nach verheilen. Danach stand die Kastration an. Bis dahin würde Gonzo auf alle Fälle bei uns bleiben und später würde man weitersehen.

Die Sicherheit des Heims schien Gonzo zu gefallen, zumal er ja schon älter war. Er verlor sehr schnell seine Ängstlichkeit, war zwar vorsichtig, aber nicht abweisend. Obwohl er ein Straßenkater war, war er nicht wild und aggressiv, sondern 'sehr sanft und lieb. Er läßt zu, daß besonders die kleinen Katzen mit ihm spielen, auf ihm herumtollen, die älteren Katzen läßt er in Ruhe. Er hat sich sogar mit einem unserer Kater angefreundet. Dieser Kater ist schon etwas länger im Heim, weil er sehr ängstlich und scheu ist, er hat Angst vor allem und jedem. Seit Gonzo bei ihm ist, taut der "Rote" auf. Er und Gonzo teilen sich zuweilen nun sogar ein Körbchen. Gonzo leckt seinen neuen Freund hingebungsvoll ab. Wenn nun die Betreuerin Gonzo streichelt, hat auch der Rote nichts dagegen, daß auch er gestreichelt wird. Die Katerfreundschaft hat den Roten gezähmt!

Nun warten wir nur noch auf die entsprechenden Menschen, denen man dieses "Katerpärchen" geben kann.

Schnuppi
Sie erinnern sich vielleicht, daß wir vor einiger Zeit von einem Grundstück in Fechenheim berichtet haben, das bebaut wurde und von dem aus diesem Grunde die zugänglichen Katzen eingefangen wurden. Für die anderen eventuell noch vorhandenen wurde die Futterstelle verlegt.

So entdeckte auch Schnuppi diesen Platz und war froh, dort Futter vorzufinden. Sie fiel auf, weil sie nicht ganz so scheu war wie die anderen und weil ihr Schwanz kürzer war als der der anderen Katzen. Alle ausgewachsenen, freilebenden Katzen auf Teufel komm raus einzufangen und ins Katzenheim zu bringen ist nicht sinnvoll, weil diese Tiere unvermittelbar wären. Sie sind zu scheu als daß sie sich und den Menschen eine Chance für ein gemeinsames Leben geben könnten. Sie haben zu wenig Vertrauen, zu viel Angst. Diese Tiere werden sich immer verkriechen, nie zur Familienkatze werden. Aber bei Schnuppi lag die Sache anders.

Sie kam immerhin so nah an den Fütternden heran, daß der erkennen konnte, daß Schnuppi eine Katzendame war. Katzendame + herrenlos = Junge! Diese Rechnung war klar. Noch war Winter, aber das nächste Frühjahr kam bestimmt und damit der Kätzchensegen und ein Anstieg der Katzenpopulation an dieser Futterstelle, oder, wenn die Jungen nicht am Futterplatz erscheinen würden, das Wissen um einen grausamen Tod dieser Kätzchen. Dies mußte man verhindern, Schnuppi sollte eingefangen werden.

wurde alles vorbereitet: Auto organisiert, Katzenfalle an den Futterplatz gebracht, die "Fänger" legten sich auf die Lauer aber Schnuppi kam nicht. Abtransport von Material und Mensch. Eine Woche später dieselbe Prozedur und wieder kam Schnuppi nicht. Und dann war Schnuppi einfach verschwunden. Die Enttäuschung war groß aber es gibt eben Dinge, die man akzeptieren muß. Dennoch blieb die Hoffnung, das Tier vielleicht doch noch eines Tages einfangen zu können. Und .tatsächlich, Anfang März erschien Schnuppi wieder am Futterplatz diesmal hochträchtig! Nun war Eile geboten. Wieder wurde geplant und organisiert. Noch wurde es früh dunkel und die Katzen erscheinen schon relativ früh am Abend. Auch diesmal kam Schnuppi und vergaß bei dem Duft des warmen Hähnchens alle Vorsicht und ging in die Falle. Weich ein Glück!

Knapp eine Woche später kamen ihre fünf Jungen bei uns im Heim zur Welt. Schnuppi residierte bald darauf mit ihren Kleinen in einer unserer Mutter Kind Villen. Sie war zufrieden, stolz auf ihre Kinder und hüttete die Kleinen wie ihren Augapfel. Keinen ließ sie an ihre Winzlinge heran. Doch eines Tages war Schnuppi nicht mehr die muntere, wachsame Mutter, sie war ein trauriges, müdes Fellbündel. Schnuppi war krank, Gebärmuttervereiterung. Sie mußte sofort operiert werden. Und die Kleinen? Würde Schnuppi nach der Operation diese wieder annehmen? Alle Zweifel halfen nichts. Wenn Schnuppi nicht operiert wurde, würde sie nicht überleben. Man konnte nur versuchen, die Trennungszeit so kurz wie möglich zu halten. Deshalb wurde die Kätzin gleich nach der Operation wieder zu ihren Kindern gelegt, auch wenn sie noch betäubt war. Aber man konnte sie nicht alleine lassen, denn sie hätte sich ja in ihrer Benommenheit auf ihre Kinder gelegt und sie ersticken können. Also hieß es Wache am Krankenbett zu halten. Aber diese Aufgabe hatte auch einen Vorteil. Nun konnte die Pflegerin die Kleinen streicheln. Es ist für das Verhalten von erwachsenen Tieren von entscheidender Bedeutung, wann sie zum ersten Mal Kontakt zu Menschen hatten. Die kleinen Kätzchen müssen schon sehr früh merken, daß Menschen ihnen wohl gesonnen sind, um ihre Scheu zu verlieren und um richtig vertrauensvoll und schmusig werden zu können.Schnuppi tat es gut, nach ihrer Operation wohl betreut aufzuwachen. Sie wußte genau, daß sie krank gewesen war und daß ihr Menschen geholfen hatten. Von da ab hatte sie nichts mehr dagegen, daß Menschen ihre Babys anfaßten und streichelten. Sie selbst suchte nun den Kontakt zu Menschen. Sie war dankbar und zeigte es über ihr Vertrauen. Schnuppis Genesung erfolgte erstaunlich schnell. Die Befürchtung, sie könne die Kleinen ablehnen, war unbegründet und schon bald konnten diese und die Mutter in gute Hände abgegeben werden.

Ein Brief, der Mut macht, auch einmal eine Leukose positive Katze zu sich zu nehmen

  Hallo, liebe Tierfreunde,

anbei erhaltet Ihr ein Foto von unserem Leukosemädchen Tiggy, die ich letzten Sommer aus Eurem Tierheim geholt habe. Leider ist sie im Frühjahr dieses Jahres verstorben. Laut unserem Tierarzt hatte sie eine Blasen und Harnleiterentzündung mit hohem Fieber und die Lungen waren auch schon angegriffen.


Nach mehreren Behandlungen hat sich ihr Zustand eigentlich wieder gebessert und wir hatten wirklich Hoffnung, daß sie es schafft.

Wir haben die Zeit mit ihr sehr genossen, sie war ein so braves treues Kätzchen, daß ich mich mehr als einmal gefragt habe, wie man so ein liebes Wesen einfach irgendwo zurück lassen kann! Zwischen meinem Freund und ihr bestand gleich eine intensive Beziehung. Tiggy ist ihm später wie ein Dackel hinterher gelaufen, hat ihn morgens liebevoll begrüßt und jede Nacht in unserem Bett an seinem Fußende verbracht. Da wir beide Katzennarren sind, haben wir immer mit viel Stolz beobachtet, wie gut es "unserem Mädchen" geht und wie sie nach und nach Vertrauen zu uns faßt.

Obwohl es erst hieß, Tiggy wäre eher ein Alleingänger, hat sie sich sehr schnell bei uns (und unseren vier anderen Katzen**) eingelebt und ihre Stellung sogar bei unserem "Boss" Casi sehr intensiv behauptet, denn der läßt sich so schnell von keinem einschüchtern! Tiggy hat ihn jedoch oft in die Flucht geschlagen und durch die Wohnung gescheucht! Wir hatten uns sehr gewünscht, sie wäre noch länger bei uns geblieben. Wir haben sehr um sie getrauert und vermissen sie noch jetzt. Während der Fütterung passiert es mir sogar heute noch manchmal, daß ich kurz überlege, wo ich sie eigentlich das letzte Mal in der Wohnung gesehen habe. Im Nachhinein bin ich sehr dankbar, daß ich mich auf Ihre Anzeige hin gemeldet und Tiggy zu uns geholt habe, auch wenn es leider nur für 9 Monate war.

Vielleicht würden sich auf diesem Wege noch andere Katzenfreunde melden, die Mitleid haben, und deshalb ein Sorgenkind bei sich aufnehmen. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert. Schließlich hatten wir auch nie ernsthaft geplant, uns noch eine fünfte Katze anzuschaffen, wäre da nicht diese herzzerreißende Anzeige gewesen, die ich gelesen habe ......  

Danke also für die Zeit mit "unserem Mädchen" Tiggy und weiterhin noch alles Gute und viel Erfolg!

Viele Grüße
Alexandra Dörr

** die Leukose geimpft sind !!!


 
     
 
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