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  Katzenpost 04

Mit was wir so alles konfrontiert werden und wo wir helfen konnten

Es war ein ganz normaler Tag in der Brauerei Henninger. Es war warm und die Liste der zu bearbeitenden Dinge war lang. Als erstes mußten drei Paletten mit Dosen Export-Bier auf den Stapel in der linken hinteren Ecke des Hofes gepackt werden; damit war dann die Lieferung für Nordhessen komplett und konnte auf die Lastwagen verfrachtet werden. Der Gabelstabler lud die Paletten auf und ab ging es in den Hof. Hochfahren, absetzen - das würde nicht lange dauern. Doch es kam anders als geplant.Mit was wir so alles konfrontiert werden und wo wir helfen konnten

Es war ein ganz normaler Tag in der Brauerei Henninger. Es war warm und die Liste der zu bearbeitenden Dinge war lang. Als erstes mußten drei Paletten mit Dosen Export-Bier auf den Stapel in der linken hinteren Ecke des Hofes gepackt werden; damit war dann die Lieferung für Nordhessen komplett und konnte auf die Lastwagen verfrachtet werden. Der Gabelstabler lud die Paletten auf und ab ging es in den Hof. Hochfahren, absetzen - das würde nicht lange dauern. Doch es kam anders als geplant.Mit was wir so alles konfrontiert werden und wo wir helfen konnten

Es war ein ganz normaler Tag in der Brauerei Henninger. Es war warm und die Liste der zu bearbeitenden Dinge war lang. Als erstes mußten drei Paletten mit Dosen Export-Bier auf den Stapel in der linken hinteren Ecke des Hofes gepackt werden; damit war dann die Lieferung für Nordhessen komplett und konnte auf die Lastwagen verfrachtet werden. Der Gabelstabler lud die Paletten auf und ab ging es in den Hof. Hochfahren, absetzen - das würde nicht lange dauern. Doch es kam anders als geplant.

Als der Arbeiter am Steuer seines Gefährts die Paletten hochfuhr und absetzen wollte, bemerkte er in der Ecke des Stapels einen Knäuel alter Lappen. Er hielt mit der Arbeit inne, wollte die Lappen entfernen, um eine glatte Oberfläche für seine Paletten zu haben, und stieg von seiner Maschine. Als er näher an das Lumpenbündel herankam, stellte er fest, daß das Bündel ein Nest mit neugeborenen Kätzchen war, drei noch blinde, schwarz/weiße Katzenbabys kuschelten sich aneinander. Der Mann war Tierfreund und so war es ihm klar, daß er seine Paletten hier im Moment nicht loswerden konnte. Er ging ins Büro und meldete die "Schwierigkeit". Hier erinnerte man sich, daß im Vorjahr zwei Damen des Vereins 3 junge Katzen und ihre Mutter auf dem Gelände eingefangen hatten. Die Winzlinge wurden daher zu uns gebracht. Dort löste ihre Ankunft - oder besser gesagt schon die Ankündigung ihrer Ankunft - hektische Betriebsamkeit aus. So junge Kätzchen brauchen eigentlich ihre Mutter, denn sie können ja noch nicht alleine trinken, geschweige denn fressen, sie müssen alle 2-3 Stunden mit Milch versorgt werden. Aber die Mutter der Kätzchen war verschwunden, nicht zu finden. Gab es vielleicht eine Ziehmutter? Der Telefonhörer glühte, alle Tierheime in der näheren Umgebung wurden angerufen: "Habt ihr zufällig eine säugende Kätzin, der wir die neuen Kätzchen unterschieben könnten?" Fehlanzeige, die Tiere waren einfach zu spät geboren. Alle in den Heimen befindlichen Kätzinnen hatten ihre Jungen schon vor Wochen bekommen und würden die Kleinen nicht mehr annehmen. Also Flaschenkinder! Kein Wunder, daß die Kleinen zunächst mit gemischten Gefühlen empfangen wurden. Das Händchen voll Katz bedeutete letztendlich einen ganzen Sack Arbeit! Alle drei Stunden die Flasche geben, tags und nachts! Aber nach dem ersten Blick auf die Ankömmlinge war die anstehende Arbeit nebensächlich geworden. Selbstverständlich würde alles getan werden, um die Würmchen durchzubekommen. Und es sieht auch so aus, als ob die Winzlinge es schaffen würden.

Dieser Erfolg ist aber nur möglich, weil wirklich selbstlose Menschen im Katzenheim tätig sind. Da ist eben nicht um 9 Uhr Arbeitsbeginn und um 17 Uhr Feierabend, in der Hochsaison beginnt der Arbeitstag meist um 7 Uhr und endet oft erst nach 18 Uhr. Und die Winzlinge werden nach Feierabend mit nach Hause genommen und dort auch in der Nacht versorgt. Sie melden sich, wenn sie hungrig werden (11 Uhr, 1 Uhr, 4 Uhr)! Am Morgen erhalten sie noch in der Wohnung der Pflegerin ihr Frühstück, dann "gehen" sie mit ihr zur Arbeit ins Tierheim. Ihr "Transportkorb" besteht aus einer Einkaufstasche aus Baumwolle und einem Handtuch. In dieser Hängematte verschlafen sie den Weg und den ersten Teil des Vormittags. Sobald sie wach werden, erhalten sie wieder ihre Milch, und dann geht es ab in ein winziges, warmes, weiches mit einem Handtuch abgedecktes Körbchen. Und am Abend geht es wieder in der Hängematte in die Wohnung der Pflegerin.

Aber das Aktionsfeld des Frankfurter Katzenschutzvereins erstreckt sich nicht nur "Rund um den Hennigerturm". Auch andere Firmen rufen den Verein, weil dort eine Katze in Schwierigkeiten ist und Hilfe braucht. So erreichte uns eines Tages ein Notruf von der Firma Degussa. Eine Katze hatte sich in einem Schuppen einquartiert. Er bot Schutz vor dem Regen und hielt auch die Kälte der Nacht ab. Tagsüber streifte die Katze durchs Firmengelände, erbettelte sich Futter von mitleidigen Angestellten. Dies war zwar kein ideales Leben, aber es war noch durchaus erträglich und artgerecht. Aber dann kam das "Aus" für den Schuppen. Der geplante Anbau wurde in Angriff genommen und damit wurde die Katze heimatlos. Die Angestellten bei Degussa suchten nach einer Lösung. Nach einem Telefonat mit dem Katzenschutzverein stand eine Helferin samt Katzenfalle kurze Zeit später in der Firma. Da die Katze mittlerweile nicht mehr scheu war, gelang das Einfangen problemlos. Beide Seiten waren hoch beglückt: Der Verein war froh, wieder eine notleidende Katze von der Straße weg zu haben, die Firma Degussa hatte das Problem im Sinne ihrer Mitarbeiter lösen können. Daß es dieser Firma wirklich wichtig gewesen war, dem Tier zu helfen, zeigte eine größere Spende ein paar Tage später - eine Geste, die sehr sehr selten vorkommt und worüber wir uns natürlich besonders gefreut haben. Sinah, so tauften wir die Katze, konnte nach ein paar Wochen der Eingewöhnung an ein langjähriges Mitglied von uns vermittelt werden.

Aber nicht nur Frankfurter Katzen werden aufgenommen, zuweilen auch auswärtige. Einer Flörsheimer Familie lief eine Katze zu, hochträchtig, zutraulich, offensichtlich ausgesetzt. Die Familie konnte jedoch die Katze leider nicht behalten, aber das Tier in diesem Zustand seinem Schicksal überlassen, das konnten sie nun wirklich nicht und sie wollten es auch nicht in irgendein Tierheim stecken. Nach einer Inspektion bei uns entschloß man sich, das Tier dem Katzenschutzverein anzuvertrauen. Speziell die Mutter-Kind-Häuschen weckten Begeisterung bei den Flörs-heimern. Dies war durchaus Glück für Laura, denn ein paar Tage später gebar sie 8 Junge! In Freiheit, auf sich alleine gestellt, hätte diese Katzenfamilie sehr schlechte Überlebenschancen gehabt, denn so viele Reserven sind gar nicht zu mobilisieren, die hier gebraucht werden. Eine Kätzin wirft normalerweise 3-5 Junge, damit kommt sie gut zurecht, aber 8 Kätzchen gehen an die Substanz! Im Heim wird daher besonders darauf geachtet, daß die Kätzin sehr hochwertige Nahrung erhält und zwar mehrmals am Tag, außerdem zusätzliche Vitamine und Mineralien. Außerdem werden die Kleinen täglich genauestens inspiziert, um sicher zu gehen, daß auch jedes genügend Muttermilch abbekommt - wenn nicht, das Fläschchen liegt bereit!

Auch hier zeigt sich wieder, daß jeder im Heim mehr tut als nur seine Pflicht. Jeder setzt sich ein, hilft. Als klar war, daß die Kätzin die ihr angebotene Sondermilch nicht annahm, wurde spontan von einer jungen Frau, die zweimal in der Woche im Heim aushilft, überlegt, daß sie bei der Tankstelle vor dem Kaiserleikreisel vorbeifahren und Quark besorgen könne, wenn sie mit ihrer Arbeit fertig ist, d.h., also für sie nach Dienstschluß. Den Quark wollte sie dann gleich ins Heim bringen, damit ausprobiert wird, ob die Katzenmutter so zu ködern sei. Da wurde auch nicht lange überlegt, daß dieser Quark ja auch bezahlt werden muß.

Nicht nur die Aufnahme und Vermittlung von Tieren setzt sich der Frankfurter Katzenschutzverein als Aufgabe. Es geht auch darum, kranken Tieren zu helfen oder freilebende "Wildlinge" zu kastrieren. Tiere, die zu lange auf sich alleine gestellt waren, sind oft nicht mehr an Menschen zu gewöhnen, diese dann aber einfach ihrem Schicksal zu überlassen, ist nicht human. Hier geht es dann darum, diese Tiere einzufangen, gesund zu pflegen bzw. sie zu kastrieren und zurück in die Freiheit zu entlassen, vorausgesetzt, daß an der "Fundstelle" gewährleistet ist, daß das Tier genügend Nahrung findet. Ist das nicht der Fall, muß nach einem anderen Ausweg gesucht werden.

So hatte der Verein z. B. im Herbst letzten Jahres Glück, als von ihm eine Kätzin mit ihren Jungen in der Taunusanlage auf dem Gelände einer Bank eingefangen wurde. Die Kätzin war so ungebärdig, daß an eine Vermittlung nicht zu denken war, aber sie zurückbringen war unmöglich, denn dann war es nur eine Frage der Zeit, wann die Katze unter einem Auto enden würde. Hier schaffte eine Dame Abhilfe, die die Rettungsaktion beobachtet hatte und selbst in einer Tierschutzorganisation tätig ist. Sie holte die Kätzin nach der Kastration bei uns ab und nahm sie zu sich in ihr Haus auf dem Lande, wo sie versorgt wird und jederzeit Zugang ins Haus hat.
Uns werden auch "Bauernkatzen" gebracht, deren Besitzer kein Geld für die Kastration oder den Tierarzt ausgeben und deshalb der "Natur ihren Lauf lassen". Also versuchen wir auch hier, Leid zu mildern, indem wir kastrieren bzw. kranke Katzen gesund pflegen und sie dann wieder an die alte Stelle zurückgeben. Der Bauer hat keinen Schaden, denn auch kastrierte Katzen sind ebenso eifrige Mäusefänger wie unkastrierte. Diese Arbeit ist besonders kostenaufwendig, aber eben enorm sinnvoll oder einfach menschlich.

  Sissi
Sissi ist eine Tigerkätzin, 10 Jahre alt und gehörte einer alten Dame. Die Dame war schon sehr alt und verließ die Wohnung so gut wie nicht mehr. Sissi war ihre beste Freundin und Vertraute. Da die alte Dame nicht mehr gut zu Fuß war, Spielen mit Sissi ihr schwer fiel, versuchte sie, Sissi wenigstens über besonders leckeres Futter zu zeigen, wie sehr siesie liebte und Sissi hatte gegen solche Liebesbeweise nichts einzuwenden.

Da sie von ihrer Veranlagung her kein Energiebündel, sondern eine sehr ruhige und liebevolle Katze war, ließ sie sich verwöhnen: Frühstück, 2. Frühstück, Mittagessen, eine Kleinigkeit zum Kaffee, Abendessen, ein paar Leckerli zwischendurch. Das gute, ruhige Leben schlug sich auf Sissis Taille nieder. Sie war schon immer eine grosse Katze, nun wurde sie eine fette Katze. Aber nach wie vor war sie charmant. Die überflüssigen Pfunde machten sie aber sehr träge. Eigentlich wollte sie gar nicht mehr laufen, zum Katzenklo schleppte sie sich dennoch, aber der weg zum Futternapf wurde ihr zu weit: Frauchen konnte ihr die Schüssel doch vor die Nase stellen! Und das tat sie auch!

Doch dann kam für Sissi etwas, das eine Katastrophe zu sein schien. Frauchen war zu alt geworden, um sich weiter um Sissi kümmern zu können. Sie konnte sich nicht mehr bücken, um das Katzenklo zu säubern. So kam es denn zu einem Anruf beim Frankfurter Katzenschutzverein. "Natürlich nimmt der Verein Tiere auf, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen abgegeben werden müssen, und wir nehmen die Katze auch, wenn sie ungewöhnlich gross und dick ist", war die beruhigende Antwort.

Was dann aus dem Katzenkorb quoll, war wirklich durchaus ungewöhnlich. Sissi war nicht nur dick, sie war fett. Sie hatte nicht nur einen Bauch, sie hatte auch ein ausgeprägtes Doppelkinn! Mit der neuen Umgebung kam aber auch eine Umstellung in den Futtergewohnheiten. Unter ärztlicher Aufsicht wurde Sissi auf Diät gesetzt. Futter gab es nicht mehr ständig, sondern nur noch zweimal am Tag - und zwar Spezialfutter, Reduktionskost. Sissi war anfangs etwas traurig, doch arrangierte sie sich bald. Statt fürs Fressen fing sie an, sich mehr für ihre Zimmergenossen und ihre Umwelt zu interessieren, dabei war sie freundlich und guter Dinge. Nach ein paar Wochen zeigten sich erste Fortschritte, das Doppelkinn verschwand und Sissi lief nun mit den anderen Katzen im Zimmer herum, sprang ans Fenster, ging auf die Veranda zum Sonnenbad. Ihre Taille war zwar immer noch üppig, dafür hatte sie einen Hüftschwung, der umwerfend war.

Das fand auch ein älteres Ehepaar, die sich nach einem schnurrenden, liebevollen Begleiter umschauen wollten. Sie verfilen Sissi mit Haut und Haaren und nahmen sie zu sich. Sissi: 10 Jahre alt und durchaus wohlpropotioniert. Aber wer kann schon zwei Bernsteinaugen widerstehen, die ihn seelenvoll ansehen und wenn dann ein Katzenkopf an unserem Ohr reibt, ist es eben um uns geschehen. Die famillie S. wird ihre Wahl bestimmt nicht bereuen.

Lavina
ist trotz des Namens ein stolzer schwarzer kastrierter Kater. Er hatte ein schönes Zuhause bei einem netten Frauchen und war rundum glücklich. Daß sein linkes Hinterbeinchen steif geworden war, kümmerte ihn nicht. Er lief zwar statt auf der Pfote auf dem ganzen Hinterlauf und humpelte deshalb leicht. Er war nicht mehr ganz so jung, 8 Jahre und um auf Stühle oder aufs Bett zu springen, dazu war er trotz seines Beinchens in der Lage. Folglich war für Lavina die Behinderung nicht existent.

Aber leider war Lavinas Glück nicht von Dauer. Sein Frauchen mußte am Herzen operiert werden und überlebte nicht. Die Angehörigen erfuhren erst ein paar Tage später von ihrem Tod und gingen in die Wohnung und nahmen den noch vorhandenen Hund mit. Lavina, von dem man nichts wußte, hatte sich jedoch verkrochen und so wurde der Kater eingeschlossen und war ein paar Tage völlig allein, ohne Nahrung, ohne Wasser. Aber auch hier spielte das Glück mit. Die Hausbesitzer mußten in die Wohnung und fanden ihn. Er war in einem jammervollen Zustand, abgemagert, ausgezehrt, das Fell stumpf und struppig.

Seine "Finder" waren sehr nette Leute, denen das Tier leid tat, sie konnten es aber nur vorübergehend aufnehmen, da ihre Katze auf Dauer keine weitere dulden würde. Aber wohin sollte man ihn geben? Herr und Frau A erfuhren vom Katzenschutzverein. Sie waren aber von der Idee, das Tier in ein Heim zu geben, nicht begeistert. Sie hatten schon mehrfach von Tierheimen gehört und es war nichts Gutes gewesen. Aber das Tier konnte doch nicht bei ihnen bleiben und so rief man schließlich doch im Katzenheim an. Man schilderte den Fall, äußerte jedoch Bedenken bezüglich Heimen. Den Vorschlag, uns doch einfach einmal zu besuchen, nahm das Ehepaar schon am folgenden Tag wahr. Sie ließen sich das Heim zeigen und waren dann von dem, was sie sahen, sehr angetan. Als sie dann noch erfuhren, daß wir die Katzen nicht nur "einfach so" abgeben, sondern daß bei der Vermittlung ein Vertrag abgeschlossen wird und daß wir Kontrollen bei den neuen Besitzern durchführen, um sicherzustellen, daß es den vermittelten Tieren wirklich gut geht, waren sie überzeugt. Der Kater wurde daraufhin zu uns gebracht.

Da sein Fell trotz des guten Futters, mit dem er verwöhnt wurde, struppig und räudig aussah, wurde er der Tierärztin vorgeführt. Lavina hatte Ekzeme als Folge seiner unfreiwilligen Hungerkur. Diese wurden behandelt und bald glänzte sein Fell wieder. Er lebte sich auch schnell ein, vertrug sich gut mit seinen Kameraden und -innen im "Vermittlungszimmer". Er freute sich aber auch immer sehr, wenn Herr A ihn besuchen kam, denn Lavina ist ein sehr verschmuster, liebebedürftiger Kater. Herr A war beruhigt, den Kater einerseits so gut untergebracht zu sehen und andererseits zu wissen, daß wir nur darauf warten, daß die "richtigen" Menschen für Lavina kommen, um ihn in ein neues Zuhause zu vermitteln, in dem er wieder rundum glücklich sein kann. Es war zuerst eine Dame, die das Herz von Lavina erobert hatte und diese war der Meinung, daß ihre drei Rangen durchaus noch einen Spielgefährten gebrauchen können. Leider war ein Kater nach anfänglicher guter Eingewöhnung eifersüchtig auf Lavina und er wurde schweren Herzens wieder zu uns gebracht. Wir nahmen ihn mit ins Fernsehen zur Sendung "Herrchen gesucht", aber noch hat er kein neues Zuhause gefunden. Wir wünschen es ihm so sehr, da er total lieb ist und Menschen sucht, die voll für ihn da sind. Die große Freiheit draußen muß nicht sein - wie so oft gedacht wird - Liebe allein zählt.


Leo
Nicht nur Katzenkinder finden durch das Heim ein neues Zuhause, sondern auch ältere oder sogar alte Tiere. Aber an einer Stelle müssen wir passen. Wir können nicht helfen, Tiere zu vermitteln, die mitleidige Menschen auf der Straße auflesen und bei sich beherbergen wollen, bis sich eine neue Familie für sie findet. Wer ins Katzenheim kommt, will die Katzen auch sehen, die ein neues Zuhause suchen. Dann ist es oft Liebe auf den ersten Blick. Aber eine weitere Fahrt unternehmen, nur um ein Tier zu begutachten, daß einem dann doch vielleicht nicht zusagt? Dieses Vermittlungsgeschäft funktioniert nicht. Also entschloß sich Leos Retterin, nachdem sie ihn mehrere Wochen bei sich hatte, ihn eines Tages doch bei uns abzugeben.

Leo ist 5-6 Jahre alt und jetzt eine reine Wohnungskatze. Jedenfalls fühlt er sich in einer Wohnung am wohlsten. Artgenossen mag Leo nicht - er ist am liebsten allein mit seinem Menschen, es dürfen auch mehrere Menschen sein. Er mag Menschen und schmust für sein Leben gern. Dabei müßte er eigentlich Menschen gegenüber mißtrauisch sein. Er hatte wohl einmal ein Heim gehabt, aber dort entwickelten sich die Dinge nicht zu Leos Gunsten. Er wurde vermutlich geschlagen und eines Tages einfach an die Luft gesetzt. Als er aufgelesen wurde, war er stark abgemagert und hatte Angst vor Händen. Er zuckte zusammen, wenn eine Hand direkt auf ihn zukam. Aber er wollte gestreichelt werden und so ließ sein Hunger nach Zärtlichkeit ihn seine Angst überwinden. Leo schnurrt sich fast die Seele aus dem Leib vor lauter Glückseligkeit, wenn er gekrault oder zärtlich durchgerubbelt wird.

Nun haben wir auch für ihn das passende Frauchen gefunden, eine jüngere Dame, die katzenerfahren ist und viel Zeit für ihn hat, da sie noch studiert. Sie verliebte sich auf Anhieb in diesen wunderschönen Kater und wir sind ganz sicher, daß diese "beiden" toll zusammen harmonieren.

Katzenrettung mit Hindernissen
Familie H war zurück aus dem Urlaub. Ein Kontrollgang durchs Häuschen zeigte, daß der Alptraum eines jeden Hausbesitzers nicht Wahrheit geworden war: Das Haus war nicht von Einbrechern heimgesucht worden. Dennoch drangen seltsame Geräusche durch die Tür zum Heizungskeller. Es raschelte und kraschpelte. Vorsichtige Blicke durch das Glasfenster in der Tür entlarvten die Eindringlinge. Eine Kätzin mit ihren vier Jungen hatte sich den Keller als Kinderstube ausgesucht. Die Ruhe im Haus und das offene Fenster hatten die Kätzin zum Hausbesetzer werden lassen. Da Familie H zwei Terrier hat, die von Katzen nicht begeistert sind, war klar, daß die Tiere nicht im Keller oder auf dem Grundstück bleiben konnten Aber was tun? Die erste Idee war, die Polizei zu rufen, die sicherlich einen Rat wußte. Aber bei Katzen im Keller erklärte sich die Polizei für nicht zuständig. Vielleicht das Ordnungsamt? Auch das war nicht die richtige Anlaufstelle: Rattenplage auf dem Nachbargrundstück, Küchenschaben, aber keine Kätzchen! Doch hier war Familie H mit einer Sachbearbeiterin verbunden, die vom Frankfurter Katzenschutzverein gehört hatte und unsere Telefonnummer weitergab.

Mittlerweile war es später Nachmittag. Familie H hatte Glück, es war Mittwoch und das Büro besetzt. Das Wichtigste war, jetzt sicher zu stellen, daß die ganze Katzenfamilie im Keller war und es auch bleiben würde, bis Helfer mit Fallen dort erscheinen konnten. Also hieß der Rat: Beobachten - sobald die Kätzin zu ihren Jungen kommt (lange würde sie die Kleinen nicht alleine lassen), das Fenster schließen, ein Kistchen mit Sand/Erde in den Keller, etwas Futter und Wasser, evtl. einen Karton mit einer weichen Decke und dann wieder beim Verein anrufen. Die Kätzin ließ sich nicht lange Zeit, und so war es bald, als die Nachricht kam, die Familie sei jetzt vollständig und somit einfangbereit. Am selben Abend war das aber nicht mehr möglich, dafür aber gleich am nächsten Morgen, 8 Uhr. Da unsere Mitarbeiter nicht alle motorisiert sind, war Familie H so nett und holte die Dame mit Falle und Körbchen am nächsten Morgen ab. Zufällig wohnte sie im selben Stadtteil, eigentlich ein ausgezeichnetes Omen!

Die Falle wurde im Keller aufgestellt und es dauerte auch gar nicht lange und die Katzenmutter ließ sich vom Futterduft in der Falle verführen. Die Freude war groß. Das Muttertier zuerst zu fangen ist wichtig, weil sie sonst vom erschreckten Quietschen ihrer Jungen so aufgeregt wird, daß sie absolut wild und uneinfangbar wird. Nun ging es frohgemut an die vier Kleinen. Aber wo waren die? Die hatten das Einfangen der Mutter beobachtet und beschlossen, den sicheren Keller nicht aufgeben zu wollen. Und dieser Keller war absolut sicher. Es war ein schöner, großer Raum, 30 qm, mit zwei großen Heizöltanks und mit sonst allem vollgepackt, das so im Laufe der Zeit sich ansammelt oder dort auch gut gelagert werden kann: Holz für den Kamin, Kartons (leere und volle) usw. Kurz, der Keller war ideal zum Verstecken! Sobald sich unsere Helferin zu einem der Tierchen durchgearbeitet hatte, war es auch schon wieder verschwunden. 2 1/2 Stunden mühte sich unsere "Einfängerin" ab, vergeblich. Verstärkung war nötig. Das Katzenheim wurde angerufen: "Ich brauche dringend Hilfe, ich schaffe es alleine nicht!" Eine Pflegerin ließ im Hein daraufhin alles stehen und liegen und folgte dem Notruf.

Zu zweit erarbeitete man einen Schlachtplan: Der eine arbeitet sich von hinten an das Kätzchen vorsichtig heran und versucht, es aus dem Versteck in Richtung Falle zu treiben, die so positioniert werden muß, daß sie in der Fluchtrichtung des Tieres steht und dem Kätzchen als gutes Versteck erscheint. Und dies bitte alles so ruhig wie möglich machen, damit die Kleinen nicht verschreckt werden!

Kätzchen Nr. 1 wurde im Kaminholz entdeckt. Holzscheite abräumen, den Fluchtweg richtig kalkulieren und siehe da, das Kätzchen war überlistet, es saß in der Falle. Leider sahen das seine Geschwister und suchten sich "bessere" Verstecke. Sie verschwanden unter den Öltanks, völlig unzugänglich für Menschenarme und -beine. Aber es gab kein Aufgeben. Also legte man sich auf den Boden, robbte so nah wie möglich an das Tier heran, stocherte dann vorsichtig mit einer Holzstange, daß der kleine Racker endlich sein Versteck verließ und in die Falle rannte. So wurden die drei anderen doch noch eingefangen. Die Freude bei den "Fängerinnen" war unbeschreiblich. Was noch ein paar Stunden vorher als aussichtslos erschienen war, war gemeistert. Auch Famile H war erleichtert, die Kätzchen außer Reichweite ihrer Hunde zu wissen. Nun hatte diese Katzenfamilie eine Chance auf ein katzenwürdiges Leben. Einen Tag später ist bei den Kätzchen die Aufregung vergessen. Die Kleinen liegen im Körbchen, fressen, schlafen und genießen ihr Dasein in ihrem neuen, eigenen Reich in einem der Mutter-Kind-Trakte. Sie lassen sich sogar schon von ihrer Pflegerin und Retterin streicheln. Sie nehmen es ihr in keinster Weise übel, daß sie sie gescheucht und eingefangen hat. Auch die erste medizinische Untersuchung zeigt, daß Mutter und Kinder wohl auf sind. Noch müssen die Jungen für ein paar Wochen bei uns bleiben, denn sie sind noch zu klein und brauchen noch ihre Mutter. Auch die Mutterkatze wird später nach Ihrer Kastration vermittelt, sie ist schon jetzt ganz zugänglich.


Chichi
Chichi lebte mit einer Dame mittleren Alters zusammen und war gewohnt, daß alles seinen geregelten Gang ging. Als Herrscherin über ihre Wohnung hatte sie sehr konkrete Vorstellungen, wie das Leben zu verlaufen habe. Doch diese Vorstellungen wurden eines Tages auf den Kopf gestellt. Die Dame nahm ihre Enkelkinder zu sich. An und für sich sollte sich kein Problem ergeben, denn die Wohnung war groß genug, aber Chichi wurde mit den neuen Gegebenheiten nicht fertig. Statt die ungeschickten und manchmal auch wohl etwas unsanften Kinderhände mit stoischer Ruhe zu ertragen, wurde Chichi nervös. Sie bekam Angst vor den Kinderhänden, versteckte sich. Nicht ahnend, was sie Chichi antaten, sahen die Kinder die Reaktion der Katze nur als Spiel. Chichi wurde gesucht, gefunden, gestreichelt, geneckt. Nun war das Weltbild völlig durcheinander. Das Tier reagierte aggressiv. Sie verstand ihre Welt nicht mehr, sah nur noch Angriffe überall und verteidigte sich. Entschlossen ihr Katzenleben so teuer wie möglich zu verkaufen, ging Chichi nun sogar zu Gegenangriffen über. Jeder Versuch sie anzufassen, führte zu böse gemeinten Krallenhieben. Tiefe Kratzer waren das Resultat. Chichi war nicht mehr zu bändigen. So war es für alle Beteiligten das Beste, die Katze wegzugeben. In diesem Haus fühlte sie sich unglücklich, machte sie die Menschen unglücklich.

Eine völlig verstörte Katze kam so in den Speckweg. Hier erfolgte keine Wunderheilung. Sie war zu stark verunsichert, ihre ganze Weltsicht war aus dem Lot geraten; Chichi brauchte viel Zeit, bis ihre Angriffsbereitschaft zurückging. Man ließ sie in Ruhe. Sie durfte sich verstecken, solange sie wollte, keiner zwang sich ihr auf. Dennoch sah Chichi in den ersten Monaten jeden und alles als Feind. Den Schrubber, den Besen, Hände, die ihr unbeabsichtigt zu nahe kamen. Es dauerte Monate, bis das Tier merkte, daß die Attacken, die sie so heftig abwehrte, gar nicht ihr galten, gar keine Angriffe auf ihr Leben waren, bis sie wieder dazu überging, sich die Zeit zu nehmen, um Dinge zu beobachten. Langsam wurde sie ruhiger, reagierte nicht mehr in Panik. Sie zuckte aber noch lange zurück, wenn eine Hand direkt auf sie zukam.

Auch heute noch hat Chichi damit manchmal Probleme, duckt sich, wenn eine Hand sich ihr zu unvermittelt und fordernd nähert. Aber sie liebt es gestreichelt zu werden, sehnt sich förmlich nach einer Familie, aber bitte, eine ohne Kinder, denn davor hat sie Angst. Was sie braucht ist ein ruhiges, sicheres, berechenbares Zuhause und Erwach-sene, die etwas Geduld mit ihr haben und ihrem angeknacksten Seelchen verständnisvoll begegnen. Auch dieses Ehepaar haben wir gefunden, die ihr dieses Zuhause bieten und wir sind überglücklich.


Tag der Offenen Tür
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und so warf der Tag der Offenen Tür einen erheblichen Schatten vor sich her. Dieser Tag ist sehr wichtig für das Heim. Während sonst nur samstags oder mittwochs einzelne Besucher sich eine Katze aussuchen oder einfach das Heim begutachten wollen, kommen an diesem Tag viele interessierte Menschen: Katzenfreunde, kritische Tierschützer, einfluß-reiche Menschen, die Presse. Der Tag kann dem Heim bezüglich Image viel nützen, eine schlechte Kritik könnte aber auch schaden. In Punkto Katzenhaltung und -betreuung braucht das Heim nichts zu befürchten, aber es gibt tausend Kleinigkeiten, die an einem solchen Tag schief gehen und einen guten Eindruck trüben können. Also wurde im Vorfeld ausgiebig und gründlich beratschlagt, geplant organisiert: Woher kommen die Zelte, wer bringt Kuchen, wie viel Kaffee, wer schreibt Schilder für die Zufahrt und, und, und.

Samstag war Aufbau. Starke und geschickte Freiwillige rammten die Zeltpfähle in den Boden, zogen die Zeltplanen auf. Die Katzen in den Gehegen sahen begeistert zu. Das Wetter war schön, die Sonne schien und draußen auf dem Rasen war etwas los! Viele unserer Katzen sind ausgesprochen extrovertierte Typen. Sie mögen Menschen, und Menschen bei der Arbeit zuzusehen ist ein Vergnügen, das sie sich nicht entgehen lassen. Am Sonntag begann dann die Arbeit sehr früh. Während sonst sonntags erst um 9 Uhr Dienstbeginn ist, ging es heute schon um 7 Uhr los. Schließlich sollten die Gehege bis 11 Uhr, bis die ersten Besucher erwartet wurden, in Ordnung und die Katzen versorgt sein. Die Pfleger wollten danach nicht in den Gehegen herumturnen, sondern den Besuchern von ihren Schützlingen erzählen. Ab 9 Uhr rollte der "Verpflegungs- und Hilfszug" an. Kuchen wurden gebracht, Getränke herbeigeräumt, Verkaufstische gedeckt und mit Waren bestückt, letzte Stoßgebete gesprochen. Dieses Jahr hielt Bastet, die altägyptische Katzengöttin, ihre Pfote schützend über das Fest, die Sonne verwöhnte alle den ganzen Tag über. Und die Besucher kamen in Strömen! Während um 11,30 Uhr noch die besorgte Frage war, was machen wir, wenn nicht genug Besucher kommen und der Kuchen nicht verkauft wird, war um 12,30 Uhr eher die Frage zu hören: "Wer kann beim Kuchenverkauf aushelfen?"

Und die Katzen? Viele genossen die Aufmerksamkeit. Wenn einige auch taten, als seien sie gar nicht am Treiben vor den Gehegen interessiert, gingen sie doch sicher, gut sichtbar zu sein und in unnachahmlich eleganten Posen sich zu präsentieren. Andere dagegen flirteten schamlos mit den Besuchern. Wer weiß, vielleicht war das ja die Chance, zu einer Familie zu kommen und in den nächsten Tagen in ein neues Zuhause einzuziehen mit der Aussicht auf eine Karriere als verwöhnter Stubentiger. Und die kleinen Katzen, die tollten unbekümmert in ihren Häuschen herum und waren unwiderstehlich ode sie schliefen einfach.

Der Tag verlief ohne Pannen und zu aller Zufriedenheit. Die Gäste waren vergnügt, viele kamen und blieben über eine Stunde oder länger. Als die Tore nach 16 Uhr geschlossen wurden, gab es nur zufriedene Gesichter - der Tag war ein Erfolg gewesen und auch die Kritiken in den Zeitungen waren positiv. Es waren schätzungsweise an die 300 Besucher gekommen. Das schöne war, daß aufgrund der Zeitungsartikel ein paar Tage später etliche Besucher kamen, die sich nach einem Stubentiger umsahen und die vorher noch nichts von unserem Verein gehört hatten.


Die Geschichte einer Vermittlung
Ein Kater LEO kurz genannt
im Heim beliebt und sehr bekannt
Er spielte aus dort seinen Charme
der Anja wurd's um's Herz ganz warm
Es gingen Blicke hin und her
der Abschied fiel dann auch schon schwer
3 Tage noch - du wirst schon sehn
dann wirst Du adda adda gehn
Es kam der Tag - es kam die Zeit
und gottseidank - der Weg - nicht weit
Der Umzug war dadurch ganz ehrlich
für keine Seite sehr beschwerlich
Zuhause gründlich untersucht
hat er gleich zwei/drei Plätz gebucht
Sofort - es macht den Mensch so froh
benutzt er auch das Katzenklo
Mit Spannung kommt die erste Nacht
es wird geschmust, gekrault, gelacht
In der WG der erste Morgen
beginnt somit auch ohne Sorgen
Das erste Frühstück - nicht mehr einsam
macht viel mehr Spaß - ab heut - gemeinsam
Kopf, Körper, Pfoten und der Schwanz
vollführen ständig einen Tanz
Bezirzend, sichernd, blickend, schnurrend
und ohne übers Futter murrend
So zog er ein im neuen Zimmer
schlechte Zeit vorbei - ab jetzt - für immer
(Schwer den Charakter zu benennen
wir lernen uns doch grad erst kennen)
(Monika Bernhardt)



 
     
 
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