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  Katzenpost 02

Zwei Kater kommen ins Haus

(Betrachtungen einer schon vorhandenen Katze)

Bei uns war die Stelle als "Kater vom Dienst" frei geworden, und so schwante mir nichts Gutes, als plötzlich die Tür zu einem Zimmer geschlossen war. Nach zwei Tagen wurde sie endlich geöffnet und die Bescherung quoll heraus; zwei halbwüchsige Kater, Teenager, Flegel! Puck und Oberon!

Puck war von Anfang an nicht zu bremsen. Nur ein kurzer, vorsichtiger Rundgang durch die oberen Zimmer, ein kurzer Blick auf mich, ein leichter Bogen und los ging die wilde Jagd durch die Zimmer, die Treppe, Erdgeschoß, Keller. Ich konnte den beiden nur mit ungläubigem Erstaunen nachsehen. Was war mir denn da ins Haus gebracht worden, Kobolde? Und wieso hatten die keine Angst vor mir. Schließlich bin ich eine Katze, 14 Jahre alt, energisch und manchmal recht zickig (behaupten meine Menschen). Die Kleinen wahrten nur einen winzigen Sicherheitsabstand, ließen sich von meiner strengen Miene überhaupt nicht beeindrucken und nahmen so gut wie keine Notiz von Gretchen, die meine jüngere Schwester ist und sehr ängstlich und zurückhaltend. Aber eines mußte man ihnen doch zugestehen: Sie sind gut erzogen. Sie wußten sofort, wozu das Katzenklo dasteht, hängten sich nicht meinen Menschen an die Fersen und waren sehr friedfertig. Es war ihnen von Anfang an klar, daß ich hier das Sagen habe und zu respektieren bin.

Der kommenden Nacht sah ich dennoch mit gemischten Gefühlen entgegen. Nachts schlafe ich manchmal mit meinen Menschen, nicht immer, denn ich will keine Verpflichtungen eingehen, aber heute war es nötig, den Buben zu zeigen, was sie nicht zu tun haben: mich bei meinen Menschen verdrängen! Wenn ich bei meinen Menschen bin, haben sie mich nicht zu stören und mir nicht in die Quere zu kommen. So bezog ich Quartier und richtete mich auf eine Auseinandersetzung um die Bettrechte ein. Aber weit gefehlt Puck und Oberon waren gar nicht daran interessiert, die Nacht mit Schlafen zu verbringen. Die beiden tobten durchs Haus. Die Treppe hatte es ihnen besonders angetan. 16 Holzstufen, von der jede einzelne einen dumpfen Ton abgibt, wenn man sie nur kräftig genug bearbeitet. Schnell genug "gespielt" und es entsteht ein kleines Gewitter! Das Gewitter, das die beiden veranstalteten, dauerte bis um Vier in der Frühe. Die Treppe auf und ab ohne Ende. Ich setzte mich in die Türfüllung, um besser sehen zu können. Die beiden nahmen keine Notiz von mir, sondern donnerten weiter. Nicht immer gelang die Kurve am Ende der Treppe, und als Puck in mich hineinrannte, wollte ich ihm zeigen, was ich von solchem Benehmen halte, aber er entschuldigte sich: Jut mir leid, ich konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen! Ich muß meine neue Welt erkunden, die ist ja so groß, so interessant, ich darf nichts verpassen! Es gibt so viel zu tun, zu entdecken, auszuprobieren!" und damit war er wieder die Treppe nach unten geflitzt. Was soll man dazu sagen, entwaffnend!

Endlich wurde ihnen die Treppe langweilig. Sie erkundeten den Keller. Den finde ich ja auch sehr interessant, vor allem gibt es da so schöne dunkle Winkel und verborgene Ecken. Die Neugierde trieb mich ihnen nach. Zu sehen waren sie nicht, aber zu hören. Es quiekte, quietschte und gurrte wie im Viehstall sehen konnten sie einander nicht, denn sie steckten jeder in einem anderen Winkel, aber sie erzählten sich von ihren Entdeckungen!

  24 Stunden hielten die Racker durch, dann waren sie endlich müde, müde und schmutzig. Sämtliche Spinnweben des Kellers hatten sie sich um die Ohren gewickelt! Gut daß sie im Keller blieben, so schmutzig hätte ich sie nicht in meinen sauberen Zimmern gewollt, womöglich auf einem meiner Lieblingsplätze! Aber einen Vorteil haben die Kobolde doch, sie sind unterhaltend.

Mein Mensch hat ihnen einen Spielfisch an einer Kordel aufgehängt. Der ist toll! Die beiden schaukeln, beißen, kugeln mit dem Fisch in der Gegend herum. Denen zuzusehen ist besser als Fernsehen und bringt mich auf eine Idee: zu alt um das auszuprobieren, bin ich nun wirklich noch nicht! Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, das Spielzeug auch auszuprobieren und stellte fest, daß es tatsächlich großen Spaß macht. Wenn man glaubt, den Fisch fest und sicher zu haben und ihn wegzerren will, schlüpft er aus der Pfote, schnellt davon und muß wieder eingefangen werden. Mein Mensch sah mich spielen und spielte mit. Toll! Daß ich das Haus mit Halbwüchsigen teilen muß, hat doch seine Vorteile. Als nächstes muß ich 'mal die Treppe ausprobieren. Ganz so schnell wie Puck werde ich wohl nicht sein, aber wer weiß, mit ein bißchen Obung? Und dann muß ich sehen, was noch alles so zu bewegen ist!


Puck
Jetzt wird es aber höchste Zeit, daß ich mich zu Wort melde. Ich bin Puck und seit gut drei Wochen vermittelt. Mein Bruder Oberon und ich wohnen nun in einem 6 KöpfeHaushalt: 4 Katzen, 2 Menschen.

Die Menschen sind okay, das Essen ist gut und reichlich. Aber das Essen ist für uns nicht so wichtig, viel wichtiger sind Tollen, Laufen, Raufen, Polzen, Schmusen und Platz! Wie froh sind wir, daß wir Platz haben. Rennstrecken, Kletter- , Spring- , Versteckmöglichkeiten. Unser liebstes Spielzeug ist im Moment ein Vorhang, von der Decke bis auf den Boden, beweglich, schiebbar. Oberon (= mein Bruder) versteckt sich darin, und ich springe ihn an. Das klingt einfach, ist es aber nicht, denn ich muß ihn gleich beim ersten Anlauf richtig packen, sonst windet er sich aus meiner Klammer, zieht sich am Vorhang hoch, beißt mich ins Genick, und ich habe verloren. Dann verstecke ich mich im Vorhang und Oberon greift an. Das Spiel endet häufig vorzeitig damit, daß der Vorhang zu einem dünnen Streifen an die Wand gedrängt ist. Dann ist der Raum zum Balgen zu eng, und wir müssen warten, bis unser "Spielplatz" wieder in Ordnung gebracht ist.

Während dieser Zeit perfektionieren wir unsere Schliddertechnik. Es könnte ja sein, daß wir bei der nächsten Olympiade beim Schlittschuhlaufen oder Eishockey eingesetzt werden, auch fürs Bob Fahren könnte ich mich begeistern und da brauchen wir noch etwas Übung. Im Flur liegt eine kleine Brücke auf rutschigem PVC Boden. Mit dem richtig dosierten Anlauf gleiten Teppich und Fahrer bis an die Flurtür. Bei schlecht dosiertem Schwung kracht der Fahrer meist ist es Oberon an die Tür, daß das Haus erzittert. Ihn und mich stört das nicht, aber er erntet dann einen extrem strafenden Blick von Gabi, einer der ältlichen Katzendamen, mit denen wir das Haus teilen.
Gabi ist mit Vorsicht zu genießen. Sie ist sehr auf Anstand und gutes Benehmen bedacht und teilt Ohrfeigen aus, wenn wir ihr zu nahe kommen.

Dabei sind wir doch so lieb. Gut, wir stolpem ab und zu über sie; das letzte Mal landete ich mit meinem Hinterfuß in ihrem Futternapf, als sie gerade fraß, aber das ist nie böse gemeint, wir verkalkulieren uns nur halt ab und zu mit der Geschwindigkeit oder der Entfernung.  

Bei solchen Gelegenheiten setzt es dann eben Pfotenhiebe, aber die machen uns nicht viel aus. Wir haben ein dickes Fell. Klasse wäre es allerdings, wenn die alte Dame mit uns spielen würde. Manchmal sieht es aus, als ob sie Ansätze dazu zeigte, na 'mal sehen, was noch daraus wird. Aber jetzt darf ich nicht länger schreiben, Oberon ruft, er hat mir was zu zeigen. Tschüß, ich muß rennen!

Die Seele(n) vom Verein
Guten Tag,

ich bin Frenzy, die Bürokatze, und die Seele des Frankfurter Katzenschutzvereins. Ich habe eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Ich muß aufpassen, daß im Büro alles glatt funktioniert; ich helfe beim Telefonieren; beim Ablegen der Unterlagen bin ich unentbehrlich. Beim Briefeschreiben bin ich der Experte für Rechtschreibung und Zeichensetzung. Gerade habe ich mich für einen Fernkurs angemeldet: die neue Rechtschreibung. Schließlich will ich auf der Höhe der Zeit sein. Ganz im Vertrauen sehr glücklich bin ich nicht bei der Idee, umlernen zu müssen. Aber man ist ja geistig beweglich. Ich bin zwar schon 13, doch was ist das schon? Ich bin top!

Außerdem muß ich natürlich die Bestellungen überwachen. Weich eine Schreckensvision, daß wir eines Tages versäumt haben könnten, Whiskas, Animonda usw. nachzubestellen. Jeden Tag erinnere ich die Bürodame mit einem Nasenstüber daran, dies ja nicht zu vergessen. Den Lieferanten muß ich zeigen, wo alles hingehört, Handwerker müssen eingewiesen werden. Den ganzen Tag über bin ich ständig gefordert.

Und natürlich müssen die vielen Besucher begrüßt werden! Ihnen muß ich erzählen, wie phantastisch ich es finde, daß sie sich eine Katze aus dem Tierheim holen wollen, wie prima alte meine Freunde hier sind, wie sie sich über ein schönes Zuhause freuen würden. Unsere Besucher kann ich gar nicht genug loben und würdigen. Viele wollten mich auch schon mitnehmen. Die Angebote waren verlockend, aber ich bringe es einfach nicht übers Herz, meine Menschen hier im Büro mit all der Arbeit alleine zu lassen.

Es interessiert Sie, wie man Bürokatze wird? Das ist nicht ganz einfach man muß Organisationstalent haben, freundlich, entgegenkommend und aufgeschlossen sein, mit Menschen umgehen können, zuverlässig sein und gute Nerven haben. Die Arbeit reißt nicht ab, es gibt immer etwas zu tun.

Vor meiner Arbeit hier war ich "unvermittelbar' und im Großen Gehege, hatte ich Probleme mit den vielen anderen Katzen. Ich fühle mich halt wohler im Umgang mit Menschen als mit Katzen. Ich liebe Menschen, je mehr Menschen, desto besser! Die Tierpflegerinnen merkten, wie unglücklich ich bei den anderen Katzen war, und da die Stelle als Bürokatze unbesetzt war, bekam ich die Chance. Seitdem bin ich förmlich aufgeblüht, keine Langeweile mehr, sondern Leben, Arbeit, Menschen, Streicheleinheiten und das Wissen, gebraucht zu werden! Das brauche ich. Den ganzen Tag ohne Aufgaben zu sein, nur auf das Essen zu warten, keinen Menschen, auf den ich aufpassen mußte, das hielt ich nicht aus. Seit ich meine Arbeit habe, bin ich eine ganz andere Katze! Und wer schon

einmal bei uns war, wird mir zustimmen: eine zufriedenere Katze gibt es nicht. Und wer noch nicht da war, soll mich doch einmal besuchen. Ich freue mich über Besuch!


Protest!

Frenzy und die Seele vom Katzenschutzverein! Da lachen ja die Hühner! Das verzärtelte alte Weib aus dem Büro hält sich zwar für die Größte und unersetzlich, leidet aber eindeutig an Selbsttäuschung. Der Größte und unentbehrlich hier bin nämlich ich! Erstens bin ich ein Kater, zweites bin ich ein schöner getigerter, nicht groß aber clever und wendig. Das Drittens ist mir gerade entfallen, aber es gibt es bestimmt!

Während Frenzy die Leute im Büro von der Arbeit abhält und sich das Hinterteil an der Heizung wärmt, bin ich es, der draußen darauf achtet, daß die Lieferanten die Waren an die richtige Stelle setzen, die Handwerker keinen Pfusch liefern, keine Unbefugten sich auf dem Gelände herumtreiben. Im Klartext: Die Seele des Heims bin ich! Frenzys Angeberei kann ich nicht ausstehen. Wenn wir aufeinandertreffen, mache ich ihr dies auch unmißverständlich klar, worauf die dumme Pute dann laut um Hilfe schreit und in Panik davonrennt. Alles nur Schau, aber es wirkt. Ich werde gescholten, aus dem Büro geworfen, und sie bekommt ein Leckerchen. Weiber!

So und jetzt zu mir. Ich bin Putz!, seit gut drei Jahren im Heim. Meinen Posten als Seele vom Heim habe ich mir hart erarbeitet. Schon von Anfang an habe ich den Tierpflegerinnen gezeigt, wie wichtig und unentbehrlich ich bin. Ich habe bei allen Arbeiten geholfen. Wenn gespült wurde, habe ich vom Gehegegitter aus zugesehen und protestiert, wenn nicht gründlich genug gespült wurde (wer will schon Whiskas mit Spüli Geschmack). Beim Putzen habe ich aufgepaßt, daß keine Ecke vergessen wurde. Ob Glühbirnen ausgewechselt wurden, der Zaun ausgebessert oder auch nur die Steine vor dem Gehege von Schmutz gesäubert wurden, ich war immer dabei. Ich wich den Betreuerinnen nicht von der Seite. Ich war aber froh, im Heim zu sein. Ich kam ja aus der "Freiheit'. Schöne Freiheit: kalt, Hunger, Angst! Nein Danke, da wollte und da will ich nicht wieder hin. Im Heim war ich von Anfang an glücklich. Weglaufen? Bei mir ist doch keine Schraube locker! Die Betreuerinnen lieben michluns, die Verpflegung ist gut, ich habe massenhaft Freunde, mit denen ich mich blendend verstehe, und ich hatte ja von Anfang an die Aufgabe, nach dem Rechten zu sehen. Mit der Zeit wurden mir dann auch die wichtigen Außenaufgaben übertragen, und so verstehe ich meinen Dienst innen und außen, bei Wind und Wetter und nun urteilen Sie selbst, wer ist hier die Seele vom Heim?!


Protest!

Alles dummes Geschwätz! Die Seele vom Verein bin ich, der Wäschetrockner! Ohne mich gäbe es keine kuscheligen Katzenkissen im Winter und deswegen gehört der Titel mir. Ich bin aber gerne bereit, ihn mit der Heizung und dem Dosenöffner zu teilen - aber einer Katze gebührt der Titel nicht!


Wie kommt eine Katze in den Frankfurter Katzenschutzverein?

1) durch Einfangen
Da sind also zum einen die herrenlosen, wildlebenden Katzen, die vorwiegend in Industriegebieten und Kleingartenanlagen leben. Sie werden mühevoll mit Lebendfallen eingefangen; die größeren werden kastriert und kommen wieder in ihr Stammgebiet, die kleinen werden von uns aufgenommen und nach dem Zahmmachen, was je nach Katze unterschiedlich lange dauert (manchmal gelingt es auch überhaupt nicht) vermittelt.

2) als Fundkatze

3) durch Abgabe Der Tod des Besitzers, der Umzug ins Altersheim, oder ins Ausland Gründe, weshalb ein Tier abgegeben wird, gibt es sehr viele. Hier drei Beispiele:

  Persi

Persi, eine Perserkatze, lebte schon seit acht Jahren bei ihren Besitzern, war geliebt, verwöhnt, manchmal etwas schwierig, eben eine Katze! Dann kam ein zweites Baby ins Haus. Persi veränderte sich. Während sie das erste Kind gar nicht weiter wahrgenommen zu haben schien, wurde sie nun böse.
Dieses zweite Baby war ihr bald ein Dorn im Auge. Solange das Kleine noch nicht laufen konnte, ging die Stituation noch.

Persi wurde strikt aus dem Kinderzimmer verbannt und das Leben ging weiter wie gewohnt. Dann fing das Kleine zu laufen an. Es war nicht mehr möglich, Persi absolut vom Kleinen fernzuhalten, aber Persi hatte sich immer noch nicht mit dem neuen Familienmitglied abgefunden. Sie wollte den Eindringling vertreiben und ging auf den mittlerweile Zweijähren los. Es gab zwar keine bösen Verletzungen, aber auch Kratzer können gefährlich sein. Persi wurde ermahnt, zurechtgewiesen. Es half nichts. Persis Attacken gegen das Kind ließen nicht nach. Was war zu tun? Die Nerven der Eltern lagen blank. Sie liebten Persi zwar, doch es war unverantwortlich, den Kleinen der Gefahr auszusetzen, ernsthaft verletzt zu werden. So entschloß man sich denn schweren Herzens, das nunmehr zehnjährige Tier abzugeben. Es war kein leichter Schritt, aber die einzige Lösung.

Persi ist ein sehr schönes Tier, braun mit weiß, und so war für sie das Katzenheim doch nicht die letzte Station. Eine Frau suchte eine Zweitkatze, eine Kameradin für ihren älteren Kater und nahm sie zu sich. Persi lebte sich gut ein. Dem Kater machte sie schnell klar, wer ab jetzt die Frau im Hause war und reagiert nun diesen Haushalt mit eiserner Pfote.


Muschi
Eines Tages erschienen zwei Geschwister im Katzenheim. Sie etwa 14, er 15 oder 16. Das Mädchen war sehr traurig, sie trug eine junge schwarze Katze auf dem Arm. "Sie ist uns zugelaufen", sagte der junge Mann bestimmt und sah seine Schwester scharf an, die krampfhaft unter sich auf die Katze guckte. "Wir können sie nicht behalten!" Die Katze wurde einer Pflegerin übergeben und dann mußten die Abgabepapiere ausgefüllt werden. Als die Rubrik "Name des Tieres" erreicht war, war es um die Fassung des Mädchens geschehen. "Muschi" kam es leise aus ihr heraus und dabei kullerten die Tränen die Wangen hinunter. Muschi war eine einjährige, schwarze Kätzin, sehr zahm, sehr verschmust, sehr zutraulich, unkastriert aber gott sei dank nicht trächtig! So war es nicht verwunderlich, daß sie nach Ablauf der Fundtierzeit rasch vermittelt werden konnte. Eine Dame suchte eine Zweitkatze und nahm Muschi, mittlerweile natürlich kastriert, mit. Bilder einer zufriedenen Muschi im neuen Zuhause hängen nun bei uns im Büro im Katzenheim.


Raphael
Rapaela ist nicht gerade vom Glück verfolgt, eher das Gegenteil ist der Fall. Sie kam als kleines Kätzchen in einen Haushalt, in dem sie sich nicht sehr wohl fühlte, denn niemand hatte Zeit für sie und ihre Schwester, niemand wollte sie wirklich. Sie wurde zwar gefüttert, doch dann nach draußen zum Spielen geschickt. Zum Spielen gab es es aber nicht allzu viel dort. Es war eben eine ganz normale Straße in Frankfurt, mit Autoverkehr. Raphael und ihre Schwester vertrieben sich, so gut es ging, die Zeit, suchten aber nebenbei Ausschau nach einer besseren Familie. Die bot sich in der Nachbarschaft an, aber niemand hatte einen Platz für zwei Katzen frei!

Raphaels Schwester, wurde, wie konnte es auch anders sein, eines Tages überfahren und nun zog sie allein durch die Straßen, bettelte mal hier, mal da, schlief unter Autos, nach Hause ging sie nicht mehr. Eine Nachbarin konnte das Elend schließlich nicht mehr mit ansehen. Sie fing Raphael ein und brachte sie zu uns ins Katzenheim.
Raphael ist bildschön, rot weiß, sehr zutraulich. Bald fand sich auch eine Familie, ein Ehepaar mit zwei größeren Kindern, die sie mitnahmen. Aber Raphales Freude war nicht von Dauer.
 

Diese Familie hatte Raphael im Austausch für Emil mitgenommen, den sie sich kurz vorher aus dem Heim geholt hatten, aber zurückbrachten, weil Emil bei ihnen "unsauber" geworden war.

Wenige Wochen nach Raphaels Einzug wurde ihm Cloe, ebenfalls aus dem Katzenheim, zugegeben, sie sollte nicht alleine sein. Cloe aber wurde nach ein paar Tagen wieder ins Heim zurückgebracht, weil sie "sich nicht mit Raphael vertrug". Raphael blieb vier Monate in der Familie, dann war auch seine Zeit um. "Meine Tochter hat eine Katzenallergie". Damit war Raphael wieder im Heim. Hoffen wir, daß sie nun endlich einmal Glück in ihrem Leben hat: Seit heute hat sie wieder ein neues Zuhause gefunden. Ein Ehepaar, das ursprünglich eine junge Katze suchte, sich aber auf Anhieb in Raphael verliebte es war gegenseitige Liebe auf den ersten Blick nahm sie zu sich.

Gonzo
Gonzo ist ein bildschöner schwarz weißer Kater. Als Kätzchen wurde er von einer Frau aufgenommen, die nach einiger Zeit festellte, daß Hunde doch die ihr gemäßen Tiere seien und sich vier große Hunde zulegte. Dies war Gonzo, der immer ein Freigänger war, zuviel. Er verließ sein Zuhause. Da Gonzo ein kluger und auch vorsichtiger Kater ist, gelang es ihm, sich ein paar Jahre recht gut durchzuschlagen. Weichherzige Menschen stellten ihm Futter hin, im Winter fand er einen warmen Unterschlupf. Doch dann verschlechterte sich die Situation. In Gonzos Welt zogen Menschen ein, die Katzen hassen. Er wurde gescheucht, von Hunden gehetzt. Aus dem stolzen Gonzo wurde ein verängstigtes Tier. Ein Katzenfreund erbarmte sich seiner, fing ihn ein und brachte ihn in den Speckweg. Gonzo war völlig verstört. Sein Nacken trug Spuren von halb verheilten Hundebissen, er hatte vor allem Angst. Allein ein Besen versetzte ihn in Panik! Nach und nach beruhigte er sich, als er merkte, daß ihm nichts passiert. Jetzt kommt er aus seinem Körbchen, gibt Köpfchen wenn die Tierpflegerin ins Gehege kommt, freut sich, schnurrt, läßt sich von ihr streicheln und hochnehmen. Weich ein Glücksgefühl für beide! Frauen akzeptiert er, mit Männern hat er seine Probleme und geht meistens verschreckt in seinen Korb. Eine Ausnahme gab es als ein Katzenfreund, der seinen alten Kater durch Krebs verlor, zu uns kam und eine neue Katze suchte, einen Kameraden, wie er sich ausdrückte! Wir zeigten ihm Gonzo und das Wunder geschah Gonzo lief auf den Mann zu, ließ sich hochnehmen, schnurrte wir waren sprachlos und hatten Tränen der Freude in den Augen. Und das Ende der Geschichte Gonzo wurde natürlich an den Herrn vermittelt und die beiden sind dicke Freunde geworden!


Berlin - Frankfurt, ein Katzensprung?
Berlin Frankfurt Nachbarn, Berlin bei Frankfurt? Für wahre Katzenfreunde durchaus ein Ding der Möglichkeit.

Herr und Frau G sind Tierfreunde und wohnen in Berlin. Natürlich haben sie eine Katze und natürlich kümmern sie sich auch um Streuner in ihrem Viertel. Streuner gibt es übrigens einige, denn die Gs wohnen im ehemaligen Ostteil der Stadt, der noch nicht so zugebaut ist. Ganz in ihrer Nähe ist ein Hotel, in dessen Mülltonnen Essensreste hungrige Katzen anlocken, und ebenfalls in der Nähe ist ein ungenutztes Baugrundstück, auf dem die Streuner Zuflucht und Unterschlupf finden. Mit den zusätzlichen Futtergaben der Gs und der Unterstützung vieler Nachbarn ging es den Heimatlosen bisher relativ gut. Dennoch waren Unfälle nicht zu vermeiden. Manchmal fehlte nach einem Müllabfuhrtermin eine Katze, auch der Straßenverkehr forderte seine Opfer, aber alles in allem war es ein einigermaßen erträgliches Katzenleben.

Doch dann kündigte sich etwas an, das den Gs den Schlaf raubte und sie fast zur Verzweiflung trieb: Die Nachricht, das Baugrundstück werde in den nächsten Wochen bebaut, die dort lebenden Katzen würden erschlagen! Mit einer solchen "Endlösung" konnten die Gs sich nicht abfinden. Ein Anruf beim Berliner Tierschutzverein brachte leider keine Hilfe: Man war überbelegt, 10 12 neue Katzen konnten auf keinen Fall aufgenommen werden.

Doch die Gs gaben nicht auf. Sie berieten sich mit Gleichgesinnten aus der Nachbarschaft. Allen lag das Schicksal der Herrenlosen am Herzen. Einen Streuner in die eigene Wohnung aufzunehmen, ging nicht, da die Stelle als Stubentiger lange schon besetzt war und der Stelleninhaber keinen Nebenbuhler dulden würde. Eine Nachbarin aber hatte eine Schwester in Frankfurt, und die hatte vor kurzem sich eine Katze aus dem Frankfurter Katzenschutzverein geholt. Die Schwerster war von dem Heim sehr angetan gewesen die Gs griffen die Idee sofort auf. Warum sollte man dort nicht £mal anfragen? Im Katzenschutzverein im Speckweg staunte man nicht schlecht über den Anruf. Zum Glück hatte man die letzte Zeit gut vermittelt und es war keine Frage, man würde auf jeden Fall ein Dutzend neue Katzen aufnehmen. Die Verwunderung wuchs noch, als das weitere Vorgehen besprochen wurde: Die Gs würden die Katzen am nächsten Tag einfangen, mit dem Auto nach Frankfurt bringen, kurz vor Frankfurt sich an einer Raststätte mit der Schwester der Nachbarin treffen, die sie dann sicher zum Katzenheim lotsen würde.
Und so geschah es!

Auch wenn man im Berliner Tierheim die Katzen nicht aufnehmen konnte, lieh man Herrn G doch gern ein paar Katzenfallen und käfige. Herr und Frau G legten sich zur Fütterungszeit auf die Lauer und es gelang ihnen "Beute zu machen". Fünf Tiere gingen in die Fallen, eine "Familie", Vater (!) und vier Junge. Von den Fallen in die Käfige war kein Problem, dann Zwischenstation im Keller der Gs. Um 4 Uhr in der Frühe begann der zweite Teil des Rettungsprogramms. Liebevoll wurden die Käfige auf der Rückbank des Doch die Gs gaben nicht auf. Sie berieten sich mit Gleichgesinnten aus der Nachbarschaft. Allen lag das Schicksal der Herrenlosen am Herzen. Einen Streuner in die eigene Wohnung aufzunehmen, ging nicht, da die Stelle als Stubentiger lange schon besetzt war und der Stelleninhaber keinen Nebenbuhler dulden würde. Eine Nachbarin aber hatte eine Schwester in Frankfurt, und die hatte vor kurzem sich eine Katze aus dem Frankfurter Katzenschutzverein geholt. Die Schwerster war von dem Heim sehr angetan gewesen die Gs griffen die Idee sofort auf. Warum sollte man dort nicht £mal anfragen? Im Katzenschutzverein im Speckweg staunte man nicht schlecht über den Anruf. Zum Glück hatte man die letzte Zeit gut vermittelt und es war keine Frage, man würde auf jeden Fall ein Dutzend neue Katzen aufnehmen. Die Verwunderung wuchs noch, als das weitere Vorgehen besprochen wurde: Die Gs würden die Katzen am nächsten Tag einfangen, mit dem Auto nach Frankfurt bringen, kurz vor Frankfurt sich an einer Raststätte mit der Schwester der Nachbarin treffen, die sie dann sicher zum Katzenheim lotsen würde.

Die fünf verängstigten "Berliner" wurden zunächst in die Quarantäne getragen, wo alles schon für sie vorbereitet war. Ihr Lager mit einem weichen Bettchen, Futter (auch besondere Leckereien, wie gekochtes Huhn, Hackfleisch), Wasser, Katzenklos standen bereit. Sie müssen erst einmal beobachtet, medizinisch versorgt, kastriert und noch etwas zahmer werden. Und nun versuchen sie, sich zurechtzufinden. "Sie" sind alte ausgesprochen schön: ein großer, ängstlicher, aber sanfter rot weißer Kater, zwei halbwüchsige schwarze und ein gleichaltriges dreifarbiges Mädchen sowie eine Schildpatt Katze, ein Abbild unserer Bürokatze, also Frenzy 11. Lange werden die fünf bestimmt nicht bei uns im Heim sein, dazu sind sie viel zu schön und auch die ersten Tage zeigen, daß unsere Tierpflegerinnen sie zahm bekommen.
Und die Gs? Die restlichen Katzen kommen, sobald die Wetterverhältnisse etwas besser sind und auch den zurückgebliebenen Katzen muß erst einmal etwas Ruhe gegönnt werden. Verrückte? Nein! aber wahre Tierfreunde!



 
     
 
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