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  Katzenpost 01

Liebe Tierfreunde, liebe Katzenfreunde,

es ist ein paar Jahre her, daß wir eine "Katzen Post" erstellt haben. Nun sollen Sie wieder an einem neuen Heft ein wenig Freude haben. Leider war es der Mangel an Zeit, der uns davon abhielt, solch ein Heft herauszugeben (die laufende Tierschutzarbeit verschlang all unsere Zeit, was jetzt, da wir ein paar ehrenamtliche Helfer gewinnen konnten, hoffentlich vorbei ist).

Wir wollen Ihnen nun wieder manches über unser Heim, von unseren dort lebenden Katzen und vom Katzenschutz berichten. Zugleich sollen diese Zeilen eine weitere Verbindung zwischen Ihnen, die Sie Tiere (insbesondere Katzen) lieben und uns vom Katzenheim sein.

Gleich zu Beginn:
Für Tierfreunde, die uns noch nicht so gut kennen, stellen wir uns vor:

Wer sind wir?

Als Frankfurter Katzenschutzverein e. V. wurden wir im Jahre 1964 gegründet und haben ein eigenes Katzenheim, das seit dem Jahre 1969 besteht mit im Durchschnitt 110 Tieren, die bei uns vorerst ein neues Zuhause gefunden haben, versorgt und auch tierärztlich laufend betreut werden.


Wir sind als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkanntWas tun wir?
Hauptziel ist es, herrenlose, verletzte oder aus den unterschiedlichsten Gründen abgegebene Katzen erstmal bei uns im Heim aufzunehmen, sie zu versorgen, gesund zu pflegen und dann nach Möglichkeit wieder gut zu vermitteln.
Außerdem versuchen wir so gut wie möglich, das "Katzenelend" von freilebenden "wilden" Katzen einzudämmen, in dem wir Kastrationen durchführen und evtl. vorhandene Jungtiere bei uns aufnehmen. Wir betreiben aus diesem Grunde auch entsprechende Aufklärungsarbeit.


Was können Sie für uns tun?

Sie können uns helfen:
- durch eine Mitgliedschaft
- durch Ihre aktive Mitarbeit in unseren unterschiedlichsten Bereichen
- durch eine Patenschaft für eines unserer Heimtiere
- durch eine Futterspende
- durch Oberlassung von Katzenartikeln (z. B. Katzenbüchern zwecks Verkauf)
- durch Weiterempfehlung
- durch eine Geldspende

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und unsere Arbeit in irgendwelcher Form unterstützen möchten, rufen Sie uns bitte an oder kommen Sie uns einmal besuchen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf und besonders auf Sie!

Eines unserer Hauptanliegen ist die Kastration von sog. "Wildlingen". Wer will uns bei dieser so wichtigen Arbeit unterstützen? (Wir brauchen dafür dringend Verstärkung!)


Hier zwei Berichte über solche Aktionen:

Katzenschicksale
Mitte Juni bekamen wir einen Anruf im Katzenheim von einem Mann in Seckbach, indem er uns bat, zu helfen, da hier ein großes Elend besteht. Es handelt sich um einen kastrierten Kater, der mit einem verletzten Auge rumläuft und dessen Besitzer sich nicht um ihn kümmert, um einen unkastrierten Kater, der jahrelang nicht mehr nach Hause geht, da jetzt 4 Schäferhunde auf dem Grundstück leben und um eine unkastrierte Mutterkatze mit 3 Jungen. Außerdem wäre das Umfeld sehr schlecht, da "Katzenhasser" dort leben, verschiedentlich sind schon Katzen angeschossen worden.

Frau Speckmann verabredete sich daraufhin kurzfristig mit dem Mann und hat zusammen mit ihm das Gelände sich angesehen, das zwar für die Katzen sehr weiträumig ist, unter den gegebenen Umständen da auf verschiedenen Stellen gefüttert wird, wie sich herausstellte, es aber äußerst schwierig ist, an die Katzen heranzukommen. Unser Augenmerk richteten wir zunächst einmal darauf, in Erfahrung zu bringen, wo die Katzen überall gefüttert werden. Außerdem konnten wir mit dem Mann, dem der Kater mit dem verletzten Auge gehört, sprechen. Wir machten ihm klar, daß er als Katzenbesitzer auch eine Fürsorgepflicht für das Tier hat. Wenn er dieser nicht nachkommen kann, wäre es besser, das Tier abzugeben. Wir hatten tatsächlich Erfolg, der Mann versprach, mit dem Kater zum Tierarzt zu gehen, was er auch tatsächlich gemacht hat.

  Schwierig ist es immer wieder, den Leuten klar zu machen, daß "Füttern" allein nicht genügt, daß nur das Elend durch "Kastrationen" verringert werden kann und daß die Leute mitspielen müssen, damit man an die Katzen herankommt, d. h., die Tiere müssen Hunger haben, wenn wir mit den Fallen kommen, nur dann hat man Erfolg. Viel Überzeugungsarbeit und Fingerspitzengefühl ist hier notwendig, um Erfolg zu haben.

Wir vereinbarten einen zweiten Termin, wo wir mit den Fallen kamen. Wie so oft, war es abends, weil oft die Katzen erst kommen, wenn es ruhiger draußen ist. So ging uns als erster ein kleiner schwarzer Kater in die Falle und als nächstes Gott sei Dank die Mutterkatze und der andere Kater. Das wars dann aber auch. Die zwei letzten Kleinen haben wir trotz mehrfacher Versuche nicht mehr bekommen. Wir behalten sie im Auge und werden Anfang November noch einmal einen Versuch starten und hoffen, daß es uns dann gelingt. Die Mutterkatze ist inzwischen auch wieder draußen, der Kater hat bei dem Mann, der es meldete, ein Zuhause gefunden und der kleine Kater ist trotz intensiver Fürsorge von Frau Maucolin leider nicht handzahm geworden und lebt aus diesem Grunde noch bei uns im Heim.

(Diese Mutterkatze wurde von einem Mitglied von uns zusammen mit ihren 4 Jungen geborgen. Die Mutterkatze konnte direkt nach einiger Zeit vermittelt werden und auch die vier Jungen, die bei uns im Heim aufgenommen wurden, sind inzwischen vermittelt).

Falls Ihre eigene Katze zu den sog. "Freigängern" gehört (Sie leben auf jeden Fall mit einem Risiko, da viele Katzen verschwinden und auch die Suche nach ihnen oft erfolglos bleibt - wir können davon ein Lied singen -) dazu ein interessanter Artikel.

Wir selbst vom Katzenschutzverein plädieren für die Wohnungshaltung (da eine Katze, die es nicht anders kennt, auch nichts vermißt). Wichtig ist jedoch, daß sämtliche Türen in der Wohnung offen sind und daß Sie mit Ihrer Katze schmußen und sprechen so oft wie möglich. Auch sollte das Bett für sie nicht tabu sein, es ist nun mal der Ort, wo sich die Katze sehr gern aufhält.

Oft ist es auch besser, zwei Katzen zu halten (besonders wenn Sie den ganzen Tag berufstätig sind), da sich eine allein oft langweilt. Jeder Fall ist jedoch anders gelagert, falls Sie hierzu Fragen haben, beraten wir Sie gerne.
 

Am 24.5.1998 hatten wir unsere letzte Jahreshauptversammlung. Turnusmäßig wurde der Vorstand gewählt, der sich nun wie folgt zusammensetzt:

1. Vorsitzender: Horst Buchenauer
Stellv. Vorsitzende: Gerda Krapf
Schatzmeisterin: Angelika Speckmann
Schriftführerin: Ursula Liebmann
1. Beisitzerin: Dr. Ursula Ortmann
2. Beisitzerin: Hannelore Sellin
3. Beisitzer: Jürgen Speckmann

Als neuen Vorsitzenden (Herr Grimmer kandidierte nicht mehr) die anderen Vorstandsmitglieder stellten sich erneut zur Wahl konnten wir einen erfahrenen Vereinsmann gewinnen. Herr Buchenauer war früher im Vorstand vom Frankfurter Tierschutzverein in Fechenheim, kennt also die Sorgen und Nöte eines Tierschutzvereins. Außerdem ist er Verwaltungsfachmann und hat gute Beziehungen zu wichtigen Stellen. Er nimmt seine Aufgabe sehr ernst, ist 1 2 mal wöchentlich im Heim, schaut nach dem Rechten, spricht mit den Angestellten und läßt somit "Probleme" erst gar nicht aufkommen. Wir alle vom Vorstand haben gemeinsam die Aufgabe "den Ärmsten der Armen" zu helfen und arbeiten selbstverständlich alle ehrenamtlich.

Für unseren Tierheimbetrieb (im Durchschnitt sind immer 110 Tiere zu betreuen) haben wir unsere festangestellten Mitarbeiterinnen:

Frau Heidi Fischer
Frau Brigitte Maucolin
Frau Angelika Alig (halbtags)

Frau Fischer ist die "Seele" des Wirtschaftsbereiches, Frau Maucolin widmet sich insbesondere der Pflege der Jungkatzen und dem Zahmmachen. Beide Damen können daher ihren "Neigungen" nachgehen und optimal eingesetzt werden. An dieser Stelle einmal unseren ganz besonderen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz bei ihrer so schweren Arbeit! Die Vermittlung unserer Tiere erfolgt von beiden zusammen mit einem Vorstandsmitglied.

Falls Sie unsere Damen noch nicht kennen, hier stellen wir sie Ihnen vor:


(links Frau Maucolin, rechts Frau Fischer)

Über einen Besuch von Ihnen und eine evtl. Mitarbeit würden sich beide sehr freuen!

Zusätzlich arbeiten denn es muß ja auch an Sonn und Feiertagen gearbeitet werden Aushilfskräfte bei uns. Da die Personalkosten mit der größte Faktor in unseren Ausgaben ist (wegen der Größe des Heims und um den Tieren gerecht zu werden, ist jedoch eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern notwendig), haben wir uns bemüht "Ehrenamtliche" zu finden, die uns in den unterschiedlichsten Bereichen helfen. Wir konnten einige Damen (auch einen Herrn!) hierfür gewinnen, die auch regelmäßig kommen. An dieser Stelle auch ihnen ein herzliches Dankeschön! Weiterhin ist aber Bedarf an solch zuverlässigen Leuten. Scheuen Sie sich nicht, sprechen Sie uns an, Sie werden sehen, wenn die ersten Hürden überwunden sind, macht diese Arbeit einfach Spaß und die Gewißheit, "Gutes" zu tun befriedigt.

in den vergangenen Monaten arbeiteten wir weiter daran, unseren Heimkatzen, von denen viele, bevor sie zu uns kamen, im tiefsten Elend steckten, ein noch schöneres Zuhause zu geben. Wir haben versucht, mehr Versteckmöglichkeiten für die Katzen zu schaffen; verschiedene Tiere wurden neu getestet, um ihre Chance auf Vermittlung zu erhöhen, was uns auch gelungen ist!

Leider ist unser Heim (wir feiern im nächsten Jahr unser 30 jähriges Bestehen) in vielen Bereichen renovierungsbedürftig. Abgesehen von den Kosten wir hoffen da auf Ihre Spendenbereitschaft mußten folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

  • So wurde der Abschluß zu unserer Quarantänestation neu gemacht
  • eine neue Auffangstation für unsere Neuankömmlinge entstand
  • Dächer wurden erneuert und neu angebracht
  • ein "Bungalow" wurde unterteilt, um zusätzlich zwei Plätze für "Mutter mit Kind" zu schaffen, was sich als sehr hilfreich erweist, besonders für Mutterkatzen mit ihren Babies, die wir verstärkt aufnehmen mußten.

Die Hilferufe kamen aus ganz Frankfurt (z. B. Bonames und Harheim und auch aus der Umgebung, da sich oft niemand zuständig fühlt). So haben wir von einer Frau aus Niederdorfelden 8 Katzen aufgenommen, da ihr gekündigt worden war und sie nicht wußte, wohin mit den Tieren. Voller Verzweiflung rief sie bei uns im Katzenheim an. Außerdem haben wir noch vier weitere Tiere zusätzlich kastriert. Es wurde manchmal richtig eng bei uns und die Angestellten leisteten Außerordentliches. Aber wir sind nun mal für die Ärmsten da, sollten wir ablehnen?

  • Ein Funktelefon wurde angeschafft, um besser erreichbar zu sein
  • Die Außengehege bekamen in "Katzenhöhe" einen Fließenbelag, damit den Angestellten aufgrund der unsauberen Katzen, die wir nun mal haben (manch eine stört sich eben an den Mitbewohnern und wäre lieber alleine) die Arbeit erleichtert wird. Diese Ausgabe wurde von einem Mitglied, das ungenannt bleiben möchte, gespendet und wir bedanken uns ganz herzlich dafür!
  • Das große Gehege und das Mittelgehege wurden an den Kanal angeschlossen, um auch die Putzarbeit zu erleichtern und mehr Zeit für die Betreuung der Katzen zu gewinnen
  • zur allgemeinen Sicherheit wurden sog. "Bewegungsmelder" installiert

* wegen des frühen schlechten Wetters auf Frühjahr 1999 verschoben

Ein kleiner Eindruck von unseren Renovierungsarbeiten (siehe Fotos).

Auch hier der Dank an unsere Angestellten, die zeitweise ganz schön "beengt" arbeiten mußten und mit Ideen und Tatkraft alles gemeistert haben.

Vielleicht haben Sie auch schon selbst einmal den Gedanken gehabt, "zweckgebunden" uns eine Spende für solche Renovierungsarbeiten zukommen zu lassen, bitte vermerken Sie in solch einem Fall auf dem Spendenabschnitt "Renovierungsarbeiten".

Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch von Vorstandsmitgliedern manche Kosten privat übernommen wurden.



Die neue Wohnung - Mutter Katz zog um ins neue Einfamilienhaus

Vor kurzem hatten wir die Handwerker auf dem Gelände. Ich habe selbst nichts von ihnen gesehen, aber ich habe sie gehört, gerochen und genieße nun die Früchte ihrer Arbeit! Es klopfte, hämmerte und zischte, daß mir manchmal die Ohren schmerzten, ein fremder Geruch wehte zuweilen zu mir herein. Ich war nicht beunruhigt, alles sonst lief ja seinen gewohnten Gang, aber neugierig war ich schon, und dann kam die Überraschung. Letzte Woche konnte ich mit meinen Kleinen in eine neue Wohnung umziehen!

Wie Sie ja vielleicht wissen, waren die letzten Monate nicht immer ganz leicht für mich. Bevor ich mit meinen Neugeborenen im Katzenheim unterkam, war das Leben verdammt hart gewesen unfreundliche Menschen, gefährliche sogar, Hunger schweigen wir lieber darüber. Als ich dann mit meinen Kleinen im Katzenheim war, war ich heilfroh, in Sicherheit zu sein. Die Kleinen hatten die Augen noch nicht auf, und wir waren ständig in Gefahr gewesen. Die Wohnung, die mir zugewiesen wurde, war nicht groß, aber sie hatte alles, was ich brauchte: ein Bett, genug zu essen (mit vier Säuglingen ein sehr wichtiger Punkt), eine Toilette, Ruhe, Sicherheit. Die nächsten Wochen war ich vollauf damit beschäftigt, mich um meine Kleinen zu kümmern, sie säugen, lecken, säubern usw., das nahm mich vollauf in Anspruch. Doch dann wurden die Kleinen größer, munterer und nun wurde uns die Wohnung etwas eng. Die Kinder waren ja so lebhaft. Ständig tobten mindestens zwei auf meinem Rücken herum, haschten nach meinem Schwanz, bissen mir in die Ohren sie kugelten in den Wassernapf, kickten das Streu aus der Toilette es gab keine Dummheit, die sie nicht angestellt hätten.

Nun hörten wir von draußen die seltsamen Geräusche. Meine Kleinen waren nicht beeindruckt, aber mich wunderte, was denn da draußen gehämmert, geschnitten und geschweißt wurde. Dann wurde das Geheimnis gelüftet: Zwei benachbarte Villen waren zu zwei getrennten Einfamilienhäuschen mit eigenen Höfen geworden.

Letzte Woche durfte ich dann in meine neue Wohnung einziehen. Sie ist traumhaft! Endlich viel Platz, Zentralheizung im Wohnzimmer für die Jugend der Hof zum Spielen. Endlich habe ich 'mal wieder Zeit und Platz für mich. Die Jugend läßt sich von der Kälte draußen nicht beeindrucken. Sie tobt, klettert, balgt sich, ist außer Rand und Band. Vor dem Nieselregen sind sie durch das Dach geschützt und kalt wird ihnen bei ihren Spielen nicht. Ab und zu kommt einmal einer herein, einen Happen zu essen oder um einen Schluck zu trinken, aber dann geht es schnell wieder nach draußen, rennen, springen, klettern, raufen. Ab und zu höre ich einen dumpfen Schlag, das ist Philip, er hat wieder einmal nicht rechtzeitig bremsen können und ist gegen die Hauswand gedonnert, oder Jessika und Irene toben wie mit Holzpantinen über das Flachdach! Aber das stört mich nicht, Hauptsache, die Kleinen sind glücklich!


Die neue Wohnung ist wirklich wie für uns gemacht!

(Christa Bauer, Oktober 1998)

Wir nehmen unseren Auftrag, "ein Tierheim soll nur eine Übergangsstation sein", sehr ernst. Hier einige statistische Zahlen:
Neuzugänge in der Zeit vom 1.Juni bis 15. Oktober 1998 - 71 Katzen
Vermittlungen im selben Zeitraum - 58 Katzen


Brief von * , einem Vermittelten, an seine Betreuer im KatzenheimHallo Freunde,

ihr habt gesagt, ich soll euch 'mal schreiben, wie es mir geht. Mir geht's GUT. Ich habe Amerika entdeckt. Bei euch war es auch nicht schlecht, aber mit hier absolut nicht zu vergleichen, oder wenn schon ein Vergleich, dann wie eine überfüllte Jugendherberge und das Ritz, Präsidentensuite.

Meine beiden Damen lesen mir jeden Wunsch von den Augen ab. Aber ich arbeite auch hart dafür. Die beiden Damen sind nicht mehr ganz jung, und sie leben allein. Sie brauchen jemand, der sie beschützt und immer um sie herum ist. Außerdem bin ich um ihre Gesundheit bemüht. Kürzlich habe ich in einer Zeitschrift gelesen, daß Katzen nicht Katzenfelle, sondern das echte, lebende, schnurrende Etwas Heilung oder zumindest Linderung bei allerlei häßlichen Krankheiten verschaffen (Gicht, Arhrose, Artritis, ganz zu schweigen von hohem Blutdruck!). Wir Fellträger müssen nur ganz konsequent unsere Menschen wärmen und beruhigend sie umschnurren. Ich habe zwei Menschen zu versorgen und muß meine Zeit also gut einteilen. Ihr könnt euch vorstellen, daß ich sehr beschäftigt bin. Ich weiß zwar nicht, ob meine Damen unter den Krankheiten leiden, gegen die ich helfen kann, aber es gibt doch auch so etwas wie Prophylaxe.

Meine Haupttätigkeit sehe ich also bei diesem scheußlichen und nassen, kalten Wetter darin, darauf zu achten, daß meine Damen immer gut gewärmt sind: Manchmal liege ich auf dem Schoß (meistens), 'mal an der Schulter, auf den Füßen und dabei muß ich darauf achten, daß keine meiner Damen zu kurz kommt. Denn ich liebe beide sehr.

Wärmen ist übrigens eine Aufgabe, die mir durchaus liegt. Wie ihr euch erinnern könnt, war ich nie so ein Energiebolzen, der wie Tarzan sich vom Schrank auf die Gardine schwingt, sondern der ruhige, besonnene Typ, eine Eigenschaft, die hier hoch geschätzt wird. So kommen wir drei glänzend miteinander aus. Ich bin glücklich, ich liebe meine Damen und sie lieben mich.

Ihr seht, ich habe das große Los gezogen.
Euer Felix
(Christa Bauer, Oktober 1998)


Die Leiden der jungen lphigenie

Blätter aus dem Tagebuch einer Türkisch Angora
(die beiden Katzen kamen im Alter von 6 und 7 Jahren über Umwege zu uns)

Liebes Tagebuch,
gewiß, es gibt gute und schlechte Tage, aber so einen wie den heutigen gibt es hoffentlich nicht allzu viele. Ich verstehe die Welt nicht mehr und bin entsetzlich unglücklich! Es fing heute morgen schon so seltsam an. Statt des Frühstücks wurden Orest und ich in den Transportkorb gepackt, den kleinen, der eigentlich viel zu klein ist für meinen Bruder und mich, denn Orest ist ein sehr großer Kater. Transportkorb ist nicht schön, aber wir sind das durchaus gewöhnt. Es geht in ihm immer zum Tierarzt, impfen usw., denn wir sind durchaus besondere Katzen: Türkisch Angora mit einem Stammbaum so lang wie meine Pfote.

Aber heute war alles anders. Die Fahrt war lang, dann standen wir auf einmal in einem Raum mit vielen Menschen, dann wieder Autofahrt. Diesmal in einem völlig fremden Fahrzeug mit einem Fremden am Steuer. Wieder ein anderes Zimmer, eine Frau, aber immer noch wurde der Korb nicht aufgemacht. Wieder wurde der Korb hochgenommen, getragen, dann Straßenbahnfahrt, Tragen, Schaukeln und die ganze Zeit saß ich in die Ecke gequetscht, konnte mich kaum rühren, denn mein Bruder brauchte dreiviertel des Korbs für sich. Die Gerüche, die Geräusche, die Menschen, die Umgebung, alles fremd, beänstigend. Trotz der Enge war ich froh, meinen Bruder bei mir zu haben, obwohl er genauso rat und hilflos war wie ich, wir hatten wenigstens einander trotzdem hatten wir Angst. Wie viele Stunden der Transport dauerte, ich weiß es nicht. Mittlerweile war es dunkel geworden und immer noch wurden wir getragen.

Dann wieder ein fremdes Zimmer, andere Stimmen, Licht, die Korbtür wurde aufgemacht und Orest herausgehoben. "Mein Gott, da ist ja noch eine, die arme Kleine ist ja völlig in die Ecke gedrückt' sagte eine überraschte aber freundliche Stimme. "Himmel, wo soll ich eine Box finden, die groß genug ist für beide? Der Weiße ist ja riesig!". Jetzt wurde ich aus dem Korb gehoben. Ich wollte nicht. Was würde jetzt mit mir geschehen? Zu meiner Erleichterung passierte nur, daß ich in ein Zimmerchen gesetzt wurde, zu Orest, zum Glück. Ich kuschelte mich an ihn, schloß die Augen und wollte nichts mehr hören und sehen. Das Zimmerchen war sehr klein. Es hatte ein Bettchen, ein Katzenklo, Wasserschüssel, sogar einen Freßnapf mit Essen, aber das interessierte mich alles nicht. Ich war so unglücklich, daß ich nur die Augen schließen konnte, mich an Orest kuschelte und froh war, ihn zu fühlen. Er war auch nicht glücklich. Dann Ruhe, Dunkelheit, fremde Gerüche, Geräusche, fremde Katzen! Was ein Glück, daß diese Tiere nicht zu mir konnten, daß die Türen geschlossen waren. Ich liebe Orest, aber andere Katzen ängstigen mich. Was ist nur passiert? Wo bin ich, wo ist meine Familie?

Jetzt sind Orest und ich schon drei Tage hier. Ich bin immer noch sehr traurig und sehne mich nach daheim. Warum wache ich nicht auf aus diesem Alptraum? Orest ist mittlerweile ins Nebenzimmer gesetzt worden. Ich kann ihn zwar nicht mehr sehen, aber ich kann ihn noch hören und riechen. Zu zweit war es einfach zu eng für uns. Orest ist eben sehr groß. Mit ihm, unserem Bettchen und Katzenklo war das Zimmer schon so voll, daß für mich wirklich nur der hinterste Winkel blieb. Und wenn ich aufs Klo mußte, mußte ich über Orest klettern, um es zu erreichen und dann schaute er mir dabei auch noch zu!

Am Morgen nach unserer Ankunft wurde uns frisches Futter in unser Zimmerchen gestellt, obwohl noch das ganze Futter von der Nacht unberührt im Napf stand. Ich konnte nichts essen und auch Orest hatte keinen Hunger. Wir warteten. Es geschah nichts, wir saßen in unserem Zimmerchen und sahen in ein größeres Zimmer voller Katzen. Die schienen aber gar keine Notiz von uns zu nehmen, Sie fraßen, schliefen, spielten, manchmal gab es einen kleinen Streit, dann war wieder Ruhe. Sie benahmen sich, als sei alles ganz normal.

Am Nachmittag kam wieder eine Frau zu uns, es war dieselbe, die uns am Abend vorher aus dem Korb geholt hatte. Sie sprach freundlich mit uns, aber sie setzte Orest in das angrenzende Zimmerchen. Zum Glück kann ich ihn immer noch riechen und hören. Er erzählte mir, daß er jetzt ein ganzes Zimmer für sich habe, endlich mehr Platz, sich endlich wieder richtig ausstrecken könne und daß er langsam Hunger bekomme. Er probierte das Essen und war zufrieden. Ich war traurig, daß Orest jetzt nicht mehr bei mir war, andererseits konnte ich jetzt endlich mich wieder etwas bewegen, endlich mich wieder zum Kissen zusammenrollen aber essen, nein danke!

Wieder sind ein paar Tage um. Ab und zu sieht jemand nach mir. Futter wird jeden Tag zweimal gebracht, und ich esse auch ein bißchen, aber ich bin immer noch viel zu traurig, als daß mir etwas schmecken könnte.

Man bemüht sich um uns. Täglich werden unsere Klos gesäubert, werden wir gestreichelt; zuletzt wurden wir sogar gekämmt und gebürstet, aber das ist nicht das, war wir gewohnt waren. Wo sind unsere Menschen? Wir hatten eine Familie, wo ist die? Warum sind sie nicht mehr da? Ich muß mich mit dem Gedanken vertraut machen, daß wir zu den Unglücklichen gehören, von denen wir bisher nur gehört haben, den Abgegebenen, Ausgesetzten, Abgeschobenen. Und dabei haben wir noch Glück, denn wir sind im Katzenheim gelandet, sind nicht irgendwo an der Autobahn aus dem Auto geworfen worden.

Jetzt sind wir schon seit zwei Wochen hier. Allmählich weiß ich, daß Frauchen uns nicht mehr will und habe mich an den Gedanken gewöhnt. Meine "neue" Umgebung ist mir schon recht vertraut und hat viel von ihrem Schrecken verloren. Vor den anderen Katzen habe ich jedoch immer noch Angst, aber ich weiß ja, daß sie nicht zu mir können. Und sie bieten immerhin Unterhaltung. Wenn ich auch selbst keine Lust habe, mit einer frischen Kastanie zu spielen oder eine Fellmaus zu zerfleischen, ist es doch ganz kurzweilig, den anderen dabei zuzusehen; es ist besser als trüben Gedanken nachzuhängen, und schlafen kann man ja auch nicht den ganzen Tag.

Die Menschen hier sind alle sehr nett, nur viel Zeit haben sie nicht für mich. Ich darf nicht zurückdenken, hier ist es allemal besser als draußen auf der Straße aber ein wirkliches Zuhause ist es nicht.

Heute, endlich, heute habe ich eine neue Familie bekommen! Ich bin selig! Orest ist auch da! Wir sind in einer großen Wohnung mit zwei reizenden Menschen. Ein Balkon ist auch da, aber den haben wir bis jetzt noch nicht erkunden können, dazu ist es viel zu naß draußen. Viel wichtiger aber ist, wir haben zwei unglaublich liebe Menschen ganz für uns allein. Sie kämmen und bürsten uns und schmusen, streicheln, spielen mit uns. Endlich wieder! Frauchen sitzt auf der Couch und Orest liegt lang neben ihr, sein Kopf auf ihrem Schoß, und grunzt vor Behagen. Ich liege bei Herrchen auf dem Schoß. Er hat wunderbare Hände. Sie kraulen genau die Stellen, die es nötig haben, und derer habe ich viele! Ich bin unendlich glücklich! Wie schön, wieder eine Familie zu haben eine so nette obendrein!

Wenn ich nun zurückdenke, muß ich sagen, ich bin dem Katzenheim sehr dankbar, daß es uns aufgenommen hat, als wir allein und verlassen waren, abgeschoben wurden, aber viel wichtiger ist uns doch, daß wir eine neue Familie gefunden haben. Ein Tierheim kann oder darf nur eine Durchgangsstation sein, eine Familie kann es nicht ersetzen.
(Christa Bauer, Oktober 1998)


Viel muß noch getan werden und es ist immer das leidige Geld, warum wir manch dringende Arbeiten zurückstellen müssen. Wie die meisten TierschutzOrganisationen leiden auch wir unter "roten Zahlen". Die eingehenden Mitgliedsbeiträge und Spenden reichen leider nicht aus, alle finanziellen Aufwendungen zu decken. Wir wissen es ja aus unserem Privatleben, alles wird teurer. Dies merken wir Jahr für Jahr mehr bei den Betriebskosten für das Katzenheim; trotz sparsamen Wirtschaftens steigen und steigen diese. Wir überlegen uns wirklich, wofür wir jede Mark ausgeben, wobei natürlich eines unverrückbar feststeht - das Wohl der Katzen im Heim, sie sollen es gut bei uns haben: Genügend abwechslungsreiches schmackhaftes Futter, eine heimelige Unterkunft (in der kälteren Jahreszeit selbstverständlich beheizt) sowie eine tierärztliche Versorgung, sobald diese immer notwendig wird.

Übrigens: "Bitte, bitte ..... Mitgliedsbeiträge nicht vergessen: Adresse immer vollständig angeben und evtl. Änderungen uns meiden. .... Danke!"


Unsere Bankverbindungen:
Frankfurter Sparkasse Postbank Frankfurt
Konto Nr. 329 193 Konto Nr. 871 08 609
BLZ 50050201 BLZ 50010060

Tierfreunde, die uns noch nicht näher kennen, bitte nehmen Sie Kontakt auf oder kommen Sie uns - am besten zu den Katzenvermittlungszeiten - besuchen.

Unsere Sprechzeiten sind: Telefon 069/65 16 41) Montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr samstags von 11 bis 16 UhrKatzenvermittlung ist am Mittwoch von 14 bis 17 Uhr
Samstag von 11 bis 16 Uhr

Mittwoch Nachmittag (von 14 bis 17 Uhr) und am Samstag ist auch jeweils ein Vorstandsmitglied anwesend.

Sie Können uns mit der Straßenbahnlinie 16 (eingeschränkt auch mit der Linie 15) - Fahrtrichtung Stadtgrenze Offenbach - erreichen:
Steigen Sie bitte an der Haltestelle "Bleiweißstraße" aus, von dort kommen Sie nach einem Spaziergang durch die Speckgasse nach knapp 10 Minuten zu uns. Wir liegen hinter dem Fußgängertunnel direkt an den Bahngleisen.

Mit dem Auto erreichen Sie uns auf dem "Deutschherrnufer' in Höhe Rudererdorf.



 
     
 
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