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31.03.2009
Ataxie und voller Lebensfreude

Sari würde ein Gefühl von Behinderung sicher nicht bestätigen, sie fühlt sich ganz normal. Sie ist ein sogenanntes „Wackelkind“. Was bedeutet das? Ataxie oder auch „Wackelkrankheit“ ist eine Koordinationsstörung der Bewegungsabläufe. In Saris Fall kam vermutlich die Mutter während der Trächtigkeit mit einem Virus in Kontakt. Für Sari hatte das Folgen, ihre Geschwister sind im Gegensatz dazu ganz normal entwickelt. Aber warum sollte man so einem Kätzchen das Recht am Leben nehmen? Sicherlich würde kein Mensch, der einen Funken Tierliebe in sich trägt, einem lebensfrohen Kätzchen das Recht am Leben verweigern. Sari kann alleine fressen, spielt wie verrückt und ist genauso wie ihre Artgenossen bestrebt das stille Katzenörtchen zu benutzen. Aber nun zu Sari und der Frage: Warum ist das Leben auch als „Wackelkind“ einfach toll und auch sehr lebenswert?

Sari war ja von Anfang an einer der besonderen Lieblinge von Frau Maucolin. Sie hätte Sari auch sehr gerne zu sich nach Hause aufgenommen. Aber bei all den vielen Aufgaben im Tierheim bleibt nicht mehr viel Freizeit und somit auch nicht die Zeit für so ein besonderes Pflegekind. Letztendlich stehen bei ihr die Bedürfnisse des Tieres im Vordergrund und nicht die Wünsche des Menschen.

Katze Sari leidet unter Ataxie

Und so kam es, wie es kommen muss: Wie jeden Mittwoch kommt unsere Babs in den Verein und beschäftigt sich mit den Katzen. Babs hat Sari gesehen und war sofort hin und weg. Zusammen wurde an dem Nachmittag viel gespielt und geschmust. Ruckzuck stand die Idee im Raum, Sari ein neues Zuhause in Form einer „Langzeitpflegestelle“ in Gesellschaft von Sidney und Shiva zu geben. Frau Maucolin war sichtlich begeistert, zumal Sari nicht nur die beiden Katzen um sich hätte. Außerdem gibt es da noch zwei Katzenkinos – das große mit sieben Meerschweinchen, das andere mit zwei Mäusen. Obendrein sind die „Dosenöffner“ fast rund um die Uhr daheim.

Schon eine Woche später machte sich Sari auf die Reise ins neue Zuhause. Im Auto wurde entspannt geschlafen, als wolle sie Kräfte für das Erkunden des neuen Reiches sammeln. Das neue Domizil wurde auf der Stelle erforscht und erste Kratzmarkierungen am Kratzbaum hinterlassen. Und auf die zwei schon sesshaften Katzen wurde ein Auge geworfen - sowie auch sie beobachtet wurde. Innerhalb von nur drei Stunden war auch das letzte Eck der Wohnung erkundet. Lebensfreudig ließ sich Sari nichts von Unsicherheit oder gar Ängstlichkeit anmerken. Nein, im Gegenteil, es wurde sofort gespielt und gefressen und auch schon mal die ersten Lieblingsplätze in der Wohnung gesichert.

Nach drei vier Tagen anfänglicher Unsicherheit bei Sidney und Shiva – „Warum fällt sie denn als um?“ – war Freundschaft geschlossen, aus einer gemeinsamen Schüssel gefressen und auch bei den Fangspielen lies sich Sari nicht lumpen. Man stelle sich bildlich vor: eine kräftige Hauskatze rennt durch den Flur, gefolgt von einem riesigen Cooni, beide wiederum gejagt von der kleine Sari – die, um mit den andern Schritt zuhalten, wie ein kleiner Frosch hinterher hüpft. Keine fünf Minuten später das selbe Spiel - nur in umgekehrter Reihenfolge.

Derweil hat auch eine Sari mal ihre berühmten katzentypischen fünf Minuten. Es wird wild durch die Wohnung gehüpft, das Gleichgewicht ist dabei nebensächlich. Und so erklimmt die Kleine das Bett, das Sofa und jeden Kratzbaum in der Wohnung. Alles was erobert werden kann, das wird auch erobert. Lebensfreude ist schon was schönes. Da sagt mal einer, das Leben sei für ein „Wackelkätzchen“ nicht lebenswert?! Auch beim Fressen zeigt Sari, dass auch in ihr ein kleines Raubtier steckt. Rohes Fleisch als Leckerchen nimmt sie dankend an und befördert es unter schmatzenden freudigen katzentypischen Schlingen sogleich in den Magen.

Und wer glaubt, dass ein „Wackelkind“ geistig behindert ist, nur weil es Koordinationsschwierigkeiten hat, sollte nun aufmerksam mitlesen: Sari löst jede Denkaufgabe, die ihr gestellt wird. Auch in Geschicklichkeitsspielen wird sie von Tag zu Tag immer besser. Man kann ihr förmlich zusehen, wie sie ihre motorischen Fähigkeiten weiterentwickelt. Besonders gerne übt sie mit Shiva, dem Großen – beiden haben es ungemein die Kugelbahnen angetan. Und zu zweit ist doch so vieles schöner, nicht nur bei uns Menschen. Natürlich gab es auch schon das eine oder andere „Malheur“. Und auch wenn sie vielleicht mal beim „Geschäft“ ihr Gleichgewicht verliert und einen zweiten Anlauf oder anschließend Hilfe beim Putzen braucht, ist sie eine völlig stubenreine kleine Katzendame. Somit ist der Katzenschutzverein zufrieden, da auch die kleine Sari (die übrigens im August 2008 geboren wurde) auch glücklich ist – trotz ihrer Behinderung. Einer Behinderung, der sie trotzt, denn sie hat ungeachtet dessen Spaß und Freude am Leben, mit anderen Katzen zusammen.

In diesem Sinne – genießen auch Sie das Leben – Sari macht es vor!

 

 
     
 
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