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06.02.2007 Eine Taube ist auch nur ein Tier ...

... und genauso schützenswert wie alle anderen auch. Wir machen da keinen Unterschied, auch wenn wir in der Regel nur mit Katzen konfrontiert werden. Wir sind Tierschützer und lieben alle Tiere, auch wenn uns die Katzen besonders am Herzen liegen.

Die Tauben sind für uns und viele andere Menschen liebenswerte Mitbewohner, die einfach zu unserem Stadtbild gehören. Es gibt aber auch solche, die sie als Tier zweiter Klasse oder gar Schädlinge einstufen, die es gilt auszurotten. Sie sprechen diesen wehrlosen und unschuldigen Mitgeschöpfen ein „Recht auf Leben“ ab. Und so kommt es zu Konflikten zwischen Tierfreunden und Taubenfeinden, was man nicht verstehen kann. Mensch und Taube haben eine jahrtausend alte gemeinsame Geschichte. Sie gelten als erstes gefiedertes Haustier der Menschen und gelten weltweit als Sinnbild der Liebe, der Sanftmut, der Treue und des Friedens. Im Alten Testament brachte die Taube durch den Ölzweig Noah die Nachricht vom Ende der Sintflut und auch in vielen Märchen werden sie erwähnt, z.B. halfen Tauben Aschenputtel, ihren Prinzen zu finden.

Stadttauben sind weder Wildtiere, noch eine eigene Art, sie sind verwilderte Haustiere (oftmals auch Brieftauben, die nicht mehr zurückgefunden haben) und als solche auf die Fürsorge von uns Menschen angewiesen. Die extrem standorttreuen Tiere sind an ihren Lebensraum „Stadt“ gebunden und können ihn nicht verlassen. Sie ernähren sich eigentlich von Körnern und Sämereien. Im Winter sinkt jedoch das Nahrungsangebot auf Null und der Hunger treibt sie ständig dazu, in den Stadtzentren auszuharren und notgedrungen menschliche Speisereste zu fressen. Diese falsche und oft auch zu wenige Nahrung führt dazu, daß sie anfälliger für Krankheiten und Parasiten werden. Tauben können bis zu 15 Jahre alt werden. Die Lebenserwartung der Stadttauben ist jedoch begrenzt und liegt bei zwei bis drei Jahren.

Wenn sie einmal krank sind, ist niemand da, der sich um sie kümmert. Sie ertragen z.B. stumm ihre Schmerzen durch verkrüppelte Gliedmaßen. Ein Vorstandsmitglied unseres Vereins hatte vor ein paar Tagen ein seltsames Erlebnis mit einer Taube, die vor der Mülltonne saß, als man seinen Hausmüll entsorgen wollte. Sie blickte die Frau an und machte einen gurrenden Laut. Was sollte das wohl bedeuten? Sie blieb unentwegt sitzen und machte keine Anstalten davon zu fliegen, was außergewöhnlich ist. Schnell war der Tierschützerin klar, diese Taube war verletzt und konnte nicht mehr fliegen. Aber, hier konnte sie auch nicht bleiben und auf ihren Tod warten. Also holte man den Katzenkorb und setzte das Tier behutsam hinein. Die Tierklinik war auch nicht weit und so brachte man sie dorthin. Es dauerte eine Weile, bis wir aufgerufen wurden und es stellte sich heraus, die Taube war beringt und hatte eine Nummer, die notiert wurde. Letztendlich wurde das Tier erlöst, im wahrsten Sinne des Wortes, sie hatte einen Flügel gebrochen und einen Genickschlag und es war für mich als Tierschützerin selbstverständlich, daß ich dabei blieb, bis sie nach der Euthanasie nicht mehr atmete. Zu allerletzt sah sie mich noch einmal an. Wollte sie sich damit bei mir bedanken, daß ich ihr geholfen habe und nicht einfach weggegangen bin? Spürte sie schon an der Mülltonne, das ist der Mensch, der mir hilft und mich nicht im Stich läßt?

Ich jedenfalls war froh, diese nicht eingeplante Zeit für dieses Tier investiert und ihm einen erbärmlichen Tod erspart zu haben. Von vielen Tierschützern wurde ich darauf aufmerksam gemacht, daß es keinen großen Sinn macht, aufgrund der Beringung Nachforschungen anzustellen. Brieftauben werden in der Regel als geflügelte „Spitzensportler“ angesehen und ihren Verlust nimmt man in Kauf.

 
     
 
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