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"Micky" (vormals Spargel)

Diesen Text verfaßte ein Mitglied von uns, die regelmäßig ihren Urlaub im Süden verbringt und dort das Elend der Tiere zu lindern versucht.

An meinem ersten Urlaubstag in Rhodos – Mitte Juni 2005 – sah ich sie, diese Kreatur und sofort flossen Tränen. Vor mir stand auf einer Mauer eine verschmutzte, kleine rote Katze, die nur aus Haut und Knochen bestand. Dieses Geschöpf lebte ganz alleine und isoliert am Ende des Türkenfriedhofs, dort wo alte Grabsteine aus der türk. Besatzungszeit ihren Platz gefunden hatten.

Den Blick bei unserer ersten Begegnung werde ich nie vergessen, irgendwie schien er zu sagen: „Hilf mir, wenn du weiter gehst, muß ich vielleicht sterben“. Ich ging nicht weiter... und habe mit dem kleinen Katerchen gesprochen und ihn gestreichelt und er bedankte sich bei mir, in dem er Köpfchen gab. Was für eine Kreatur dachte ich. Das Katerchen war so dünn, konnte kaum auf seinen dünnen Beinchen stehen. Ich gab ihm ein paar Häppchen Dosenfutter und Brekkies (ich trage dies immer bei mir) und er fraß ganz langsam und ich konnte sofort erkennen, daß ihm das Futter fremd war. Heulend habe ich diese Kreatur verlassen und ER schaute mir dankbar nach, als ob ich der erste Mensch in seinem Leben war, der es gut mit ihm meinte ....

Ich verbrachte eine schlaflose Nacht, weil mir dieses Kätzchen nicht aus dem Kopf ging und brachte das Kerlchen (unterm Arm gepackt) sofort am nächsten Morgen an einen anderen Platz, wo andere gesunde Katzen leben, die alle kastriert sind und dort auch täglich sehr gut mit Futter versorgt werden. Ich wollte, daß es IHM besser geht und ich kümmerte mich ab sofort täglich um dieses dünne Etwas.

Natürlich hatte ich meine Bedenken, ihn an einem fremden Ort abzuladen und dachte: Entweder der kleine Kater hat Angst vor den anderen Katzen und haut wieder ab, oder die anderen Katzen verjagen ihn. Dieses Risiko wollte ich aber doch eingehen und alles ging tatsächlich gut. Er fühlte sich dort an diesem neuen Ort sauwohl und die anderen Katzen akzeptierten Ihn. Jeden morgen saß der Kleine schon an den Freßnäpfen und wartete auf mich. Abends ebenso. Tagsüber schlief er in einem Gebüsch – vor der Sonne geschützt – in unmittelbarer Nähe der Näpfe, die er gar nicht mehr verlassen wollte und am Abend begleitete er mich bis zum Ausgang.

Die ersten Tage lief er mir immer wie ein Hund hinterher und ich hatte meinen Kampf, IHN zurückzulassen. ER suchte die menschliche Nähe und sollte sie auch finden. Ich beschloß, ihn mit nach Deutschland zu nehmen und nannte ihn erst mal SPARGEL, weil er sooo dünn war. Nach einer Woche kam er etwas zu Kräften und das mußte ER mir natürlich zeigen, indem er ein paar Runden rannte und auf einen Baum sprang. Er kam wieder runter und drehte erneut eine Runde, als ob er mir damit sagen wollte: Schau mal, wie gut es mir schon geht.

Ich führte ihn dem Tierarzt vor. Dieser impfte und chipte ihn und machte die notwendigen Untersuchungen und er erhielt den EU-Paß – aus "Spargel" – wurde "Micky".

Unsere Heimreise verlief nicht ohne Probleme. Auf dem Flughafen in Rhodos machte er noch ein Häufchen in seine Box und ich mußte schnell noch auf die Damentoilette, um die Kiste zu reinigen. Ich nahm das Katerchen aus seiner Box und setzte es ab. Ich wußte genau, er wird nicht davon laufen. ER schaute mir einfach nur beim Reinigen der Box zu und lief mit mir im Toilettenraum wie ein Hund hin und her. Er wäre nie auf die Idee gekommen, mich „Seinen GEFUNDENEN MENSCHEN“ wieder zu verlassen.

Im Vorfeld hatte ich mit dem Frankfurter Katzenschutzverein schon abgeklärt, daß ich wieder ein oder zwei Katzen bringen würde und ich war erleichtert, als wir im Tierheim ankamen. Denn endlich hatte MICKY sein erstes richtiges Zuhause und ich danke Frau Maucolin ganz herzlich für die liebevolle Aufnahme.

Hier in Frankfurt sorgten wir dann dafür, daß aus dem dünnen Kleinen ein richtiger Kater wurde und nach ein paar Wochen Aufenthalt hier bei uns konnten wir ihn in „sein“ endgültiges Zuhause geben. Sicher hätte unser Mitglied diese arme Kreatur gerne selbst behalten, aber sie hat einen 15 jährigen alten Hund, der sich mit einer zweiten Katze nicht mehr verstehen würde, was man akzeptieren muß.

Dieses positive Beispiel soll zeigen, daß alle Menschen, die im Süden ihren Urlaub verbringen, sich um diese armen Tiere bemühen sollen. Bitte schauen Sie nicht weg, wenn Sie eine abgemagerte oder kranke Katze sehen oder einen armen kranken Hund. Helfen Sie und füttern Sie diese Tiere. In jedem Supermarkt gibt es Brekkies und auch Dosenfutter. Nur dann haben die Tiere eine Chance, den Winter zu überleben, die Monate, an denen keine Touristen da sind und die Mülltonnen aufgrund der geschlossenen Hotels leer sind.



 

 
     
 
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